Pferderassen: Der Westfale

Als zweitgrößter Warmblutzuchtverband, hinter dem Hannoveraner Verband, ist der Verband westfälischer Warmblutzüchter (Westfälisches Pferdestammbuch e.V.) mit Sitz in Münster-Handorf ansässig. Über 9.000 Mitglieder führt der Verband und unterstützt mit seiner Arbeit die Züchter der westfälischen Pferderasse.

Der Westfale ist im Laufe seiner Zuchtgeschichte stark durch den Hannoveraner beeinflusst worden, wobei er häufig etwas kräftiger gebaut ist als dieser, da in der Westfalenzucht weniger Vollblüter eingekreuzt werden als beim Hannoveraner.
Hauptsächlich wird der Westfale als Sport- und Freizeitpferd gezüchtet und entspricht somit dem heutigen Sportpferdetyps.
1826 wurde als Zentrum der Westfalenzucht, das Landgestüt Warendorf gegründet, wobei bis zum Ende des 2. Weltkriegs das Hauptaugenmerk auf die Zucht von Pferden gelegt wurde, die für die Feldarbeit und als Kutschpferd eingesetzt wurden.
Erst in den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten entwickelte sich durch die vermehrte Einkreuzung von anderen Warmblutrassen, wie dem Hannoveraner, Holsteiner oder Trakehner ein Reit- und Sportpferd.
Mittlerweile sind um die 250 Zuchthengste und über 8.000 Stuten im Verband registriert.
Mit einem Stockmaß von 165 – 175 cm bietet der Westfale eine komfortable Größe.
Hauptsächlich kommen Braune, aber auch Füchse vor, eher selten findet man Rappen oder Schimmel unter den Westfalen.
Den Westfalen zeichnen unter anderem die Lernbereitschaft und die Zuverlässigkeit aus, wobei er sich mit seinem recht ruhigen Wesen hervorragend auch als Freizeitpferd eignet.

1984 gewann der erste Westfale olympisches Gold. Ahlerich, der damals 13-jährige Wallach gewann mit Reiner Klimke in Los Angeles die Goldmedaille im Dressurreiten.
Ein ebenfalls sehr erfolgreicher Westfale war der braune Wallach Rembrandt von Nicole Uphoff, auch er konnte 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona eine Goldmedaille sowohl in der Einzel- als auch in der Mannschaftswertung gewinnen. In diesem Jahr konnte Damon Hill NRW mit Helen Langehanenberg die Mannschafts-Silbermedaillen in London gewinnen.

Als einer der erfolgreichsten Vererber der Westfalen ist sicherlich Pilot, mit rund 70 gekörten Söhnen, zu erwähnen. Pilot ging bereits mit 16 Jahren als „jüngster Gewinnsummen-Millionär“ in die Geschichte ein. Seine Nachkommen konnten zu dem Zeitpunkt bereits über 1. Mio. DM gewinnen und hat viele bekannte Nachkommen in den Springsport gebracht, u.a. Priamos, Pirol oder Pialotta.

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