Jeden Tag dasselbe?
Gerade im Winter gibt es nichts Schlimmeres für
Reiter UND Pferd, jeden Tag die gleiche Arbeit in
der Halle zu verrichten.
Da ist nun der Einfallsreichtum des Reiters gefragt…
Nicht nur als schöne Abwechslung zum Reiten
oder Longieren, sonder auch zur Gymnastizierung
des Pferdes, dient das Freispringen.
Ob Springpferde, Dressur- oder Freizeitpferden, Freispringen bietet die Möglichkeit Kopf und Geist des Pferdes zu trainieren, ebenso lernen die Pferde Sprünge selber zu taxieren und hinzuschauen.
Für junge Pferde ermöglicht das Freispringen schon einmal ohne Sattel und Reiter Kontakt mit dem Stangenwald aufzunehmen, es bereitet den Körper des Pferdes, die Sehnen und Knochen auf kommende Belastungen vor.
Auch ältere Pferde lieben häufig das Freispringen als Alternative zum normalen Training in der Halle und schon mancher Reiter war überrascht, wie viel Motivation sein Pferd hierbei an den Tag legt.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Freispring-Reihe aufzubauen, je nach Ausbildungsstand des Pferdes, aber auch nach Temperament und zur Verbesserung der Koordination können die Sprünge variieren (In-Out, Steilsprung, Oxer) wobei man immer sowohl die Fähigkeiten des Pferdes im Augen behalten sollte, als auch den Zweck, den die Übung nach Möglichkeit erfüllen soll.
Grade für junge und unerfahrene Pferde sollte eine Gasse gebaut werden, durch die die Pferde geschickt werden. Ein Ausbrechen zwischen den einzelnen Hindernissen wird somit weitestgehend vermieden. Die Gasse sollte am besten mit breiten Fängen oder mit Stangen abgegrenzt werden, die bei einem Durchlaufen des Pferdes nachgeben und bei einer Verweigerung auch jederzeit geöffnet werden können, um das Pferd herauszuführen.
Die Sprünge werden an der langen Seite der Reithalle aufgebaut, im besten Fall sind Bandenhalterungen vorhanden, andernfalls kann man zur Bande hin Fangständer stellen, damit verhindert werden kann, dass das Pferd versucht zwischen Ständer und Bande zu springen.
Als grobe Richtlinie kann man die folgenden Abmessungen zwischen den einzelnen Sprüngen nehmen:
In-Out: 3,00 m – 3,50 m
1 Galoppsprung: 6,80 m – 7,50 m
2 Galoppsprünge: 10,50 m – 11,00 m
Ein absolutes Muss beim Freispringen ist ein gut vorbereitetes Pferd. Kein Pferd sollte einen sogenannten Kaltstart machen, da hierbei Sehnen und Bänder großen Schaden nehmen können. Vor dem Freispringen heißt es also das Pferd gut aufzuwärmen, entweder durch abreiten oder -longieren.
Grundsätzlich sollten mindestens zwei Personen in der Bahn sein, wobei einer zu Beginn der Gasse steht und dafür sorgt, dass das Pferd richtig an den ersten Sprung heran geht, und einer am hinteren Sprung, um evtl. unterstützend einwirken zu können.
Unter Umständen ist es sinnvoll, grade bei heftigen Pferden, diese an den ersten Sprung anzuführen, dadurch gehen die Pferde ruhiger und meistens mit mehr Übersicht an die Sprungfolge heran.
Im Vordergrund sollte immer die Sicherheit und die Gesundheit des Pferdes stehen, weshalb ggf. auch die Abmessungen zwischen den Sprüngen verändert werden sollten, sofern man bemerkt, dass das Pferd nicht passend zum Sprung kommt.
Lieber einmal zuviel die Sprünge verändern, als das man eine Verletzung des Pferdes in Kauf nimmt.
Ausrüstung des Pferdes:
- Gamaschen für die Vorderbeine
- Streichkappen für die Hinterbeine
- Springglocken
- ggf. Halfter / Trense (je nach Pferd)
Ausrüstung der beteiligten Personen :
- Peitsche
- ggf. Handschuhe
Anregungen und Beispiele für verschiedene Freispring-Reihe findet man im Internet, wobei man auch beachten sollte, dass die Abmessungen immer grobe Richtlinien sind und evtl. entsprechend dem jeweiligen Pferd angepasst werden müssen.
Selbstverständlich sollte auch sein, dass eine erfahrene Person, sowohl beim Aufbau, als auch beim eigentlichen Freispringen dabei sein sollte.
Teilweise entwickelt sich ein Freispring Termin sogar zu einer Art „Stall-Event“, bei dem viele Leute, auch wenn sie nicht selber mitmachen, zum zuschauen kommen.
Und wenn es dann noch Kuchen und heißen Kakao (oder Glühwein) gibt, ist ein kalter Wintertag in der Reithalle nur noch halb so schlimm….







