Zirkuslektionen – mehr als nur ein bisschen Show

ZirkuspferdTeil I

Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung a la “Ich bring meinem Pferd mal gerade was bei” bilden auch Zirkuslektionen ein vollwertiges Ausbildungssystem, das einer Ausbildungsskala folgt und korrekt ausgeführte Lektionen voraussetzt. Innerhalb dieses Systems gibt es zwar viel Gestaltungsfreiraum, aber dennoch gibt es einige Dinge, die man beachten sollte.

Um das System an sich und auch die einzelnen Lektionen soll sich hier nach und nach eine Reihe zum Thema Zirkuslektionen drehen. Jeder ist herzlich eingeladen auszuprobieren und seine Erfahrungen, Anregungen und Ideen in Form von Kommentaren beizutragen.

Voraussetzungen

Wie schon gesagt, Zirkuslektionen sind mehr als nur planlos herumalbern oder irgendwie irgendwelche Verrenkungen auszuführen. Sie bilden ein vollwertiges Ausbildungssystem mit einer Ausbildungsskala, mit der man sich auseinandersetzen sollte. Keine Zirkuslektion lernt sich so mal eben nebenbei.

Die möglichst optimale Vorbereitung des Pferdes sollte dabei stets ein Anliegen sein.. Nur dann werden Abläufe und Lektionen korrekt erlernt. Das ist wichtig, denn all diese Lektionen belasten den Bewegungsapparat. Ohne eine gute Vorarbeit und eine Aufwärmphase sind Verletzungen vorprogrammiert. Eine sinnvolle Gymnastizierung lässt sich zudem nur durch korrekte saubere Ausführung erzielen.

Aus diesem Grund sollte jedes Pferd zuvor am Boden eine gewisse Grunderziehung erhalten haben. Nach welchem System (z.B. Parelli, Tellington etc) diese erfolgt ist hierbei absolut nebensächlich. Wichtig ist nur, dass der Ausbilder sich für eine klare Linie entscheidet um das Pferd nicht zu verunsichern.

Zu dieser Grunderziehung gehören u.a. auch die folgenden Punkte:

  • Führen im Schritt und Trab
  • Führen auf Abstand (das Pferd läuft in einem vom Ausbilder bestimmten Abstand neben dem Ausbilder her)
  • Halten und Stehenbleiben aus jeder möglichen Situation heraus
  • Rückwärtsrichten
  • Übergänge zwischen allen Gangarten auf Kommando
  • Stangenarbeit in allen nur denkbaren Varianten (fördert Koordination, Aufmerksamkeit und Gehorsam)
  • absolute Angstfreiheit im Bezug auf die Gerte

Das Erarbeiten dieser Punkte kann durchaus etwas Zeit in Anspruch nehmen. Aber mit so einer fundierten Basis arbeitet es sich später nicht nur leichter sondern auch sicherer!

Durch die Grundausbildung lernen die Pferde dem Ausbilder gegenüber aufmerksam zu bleiben, ihre Beine zu koordinieren und auf feinfühlige Hilfen zu reagieren.

Ein paar Hinweise

Es gibt immer Lektionen, die sich nicht für jedes Pferd eignen. Genau wie wir Menschen haben auch Pferde verschiedene Talente und Vorlieben. Es sollte uns daher im Laufe der Ausbildung immer ein Anliegen sein diese zu erkennen und zu fördern um Motivation und Spaß zu erhalten. Des weiteren erweisen sich bei einigen Charakteren manche Lektionen als absolutes No-Go. Pferde, die die Rangordnung immer wieder auch dem Menschen gegenüber in Frage stellen, sollten zum Beispiel nicht unbedingt in Lektionen wie Steigen gearbeitet werden bevor dieses Problem nicht anhaltend behoben ist um eine solche Problematik nicht unnötig zu verstärken.

Wichtig ist, dass man stets eine genaue Vorstellung davon hat, was man möchte und wie man zum Ziel kommt bevor man mit der gemeinsamen Arbeit beginnt. Einfach loslegen und gucken was passiert ist keine erstrebenswerte Alternative. Bevor man eine Lektion erarbeitet, sollte man daher bereits über sinnvolle Hilfen nachdenken. Um ein ungewolltes Abspulen von erlernten Lektionen im alltäglichen Umgang zu vermeiden, ist es wichtig Stimm- und Gertenhilfen sowie Körpersprache immer zusammen zu verwenden. So lernt das Pferd eine Lektion erst dann auszuführen, wenn alle drei Hilfen zusammen gegeben werden. Das verhindert unter Umständen Unfälle durch Missverständnisse. Mit der Zeit und dem kommenden Feinschliff verfeinern sich die Hilfen und das mit der Lektion verbundene Stimmkommando wird nach und nach an Bedeutung verlieren, je präziser die Körpersprache des Ausbilders wird. Dies bedeutet natürlich auch, dass er mit selbiger äußerst bewusst umgehen muss.

Die Reihenfolge der zirzensischen Lektionen leitet sich aus dem natürlichen Bewegungsablauf des Pferdes ab. Beobachtet man ein Pferd und sein Verhalten z.B. auf der Weide, wird man viele Lektionen bereits „erahnen“ können. Wer einmal gesehen hat in welchen Schritten sich ein Pferd zum Wälzen ablegt und wieder aufsteht oder welche „Verrenkungen“ Pferde machen, wenn sie gemeinsam spielen, der wird schnell merken wie Zirkuslektionen entstanden sind. Man nimmt natürliche Bewegungsabläufe und versucht in kleinen Ausbildungsschritten diese zu verzögern oder gar anzuhalten. Grundsätzlich werden dabei zunächst erst Lektionen „nach unten“ (wie Kompliment) erlernt und dann Lektionen „nach oben“ (z.B. spanischer Schritt). Die Lektionen über dem Boden entstammen dem Imponier- und Dominanzverhalten der Pferde und sollten daher erst erarbeitet werden, wenn erste Lektionen am Boden sitzen. So wird das Risiko im Bezug auf Rangordnungsdiskussionen von vorneherein minimiert.

Wie in vielen Reitlehren auch gibt es auch bei Zirkuslektionen kein Patentrezept. Viele Wege führen nach Rom und oft ist es vom Pferd abhängig, welchen man wählt. Bei eigener Unsicherheit empfiehlt es sich immer auf einen erfahrenen Ausbilder zurückzugreifen.

Bevor es endlich losgehen kann…

Das Zirkuslektionen einer Art Ausbildungsskala folgen und körperlich anstrengend für das Pferd sind, scheinen in der Tat wenige zu begreifen. Man kann es mit Kunstturnen vergleichen. Die Turner wärmen sich auch auf bevor sie einen Standspagat auf der Turnmatte machen. Auch ein Pferd sollte sich daher vorher aufwärmen – dem Mensch kann das übrigens auch nicht schaden!

Futterlob wird von vielen mit Skepsis betrachtet. Letztendlich ist es jedoch tatsächlich einfach eine Sache der Konsequenz. Wenn Pferde merken, dass es nur eine Belohnung gibt, wenn auch vorher ein Kommando kam, merken sie sich das recht schnell. Ein Leckerli zwischendurch gibt es nicht, am Anbinder schonmal gar nicht und so wird ein Drang zu betteln gar nicht erst erzeugt. Statt Leckerlis eignen sich auch Möhren oder kleine Stücke getrocknetes Brot.

Wechselspiel beim Reiten

WechselspielNeulich stieß ich in einem Forum auf folgendes Problem.

X fragte, ob (einseitiges [A.M.]) riegeln schon ist, wenn man den äußeren Zügel annehme (also außen gegenhalte) und den inneren im „Takt“ annehme und wieder nachgebe.

Prinzipiell stelle ich mir hier doch erst einmal die Frage, wie das “außen GEGENHALTEN und innen stellen” zu verstehen ist.

In meiner ganzen Abhandlung gehe ich davon aus, dass Paraden bevorzugt über Sitz und Schenkel geritten, und mit der Hand lediglich unterstützt werden.

Vielen Reitanfängern – und auch manchen Fortgeschrittenen – ist das Wechselspiel zwischen annehmender und nachgebender Zügelhilfe unklar und es kann infolge dessen zum (einseitigen) Riegeln kommen. Enorm wichtig ist die nachgebende Hand. Dies bekommen Reiter und Pferd im Laufe der Ausbildung immer deutlicher zu spüren; viele Reiter geraten aufgrund der Komplexität des Themas an Koordinations- und Verständnisgrenzen. Aber das ist gar nicht so schlimm (und nach dem Artikel hoffentlich etwas verständlicher), denn das Pferd lernt einfach mit! Reiten ist ja schließlich Teamsport.

Natürlich sollte das Stellen mit weicher und trotzdem steter Verbindung zum Pferdemaul geschehen – denn eine stete Verbindung zum Pferdemaul geht in der Bewegung, die das Pferd ja durch sein Nicken, gerade im Schritt, vorgibt, mit, sie folgt.
Der Fokus sollte hierbei jedoch immer auf dem Nachgeben der Reiterhand bestehen, denn eine harte Hand würde immer durchhalten wollen um das Pferd wortwörtlich auf seine Seite zu ZIEHEN. Um nach dem Stellen innen wieder nachgeben zu können, muss die Verbindung am äußeren Zügel gegeben sein.

Stellen ist, wie jede Parade auch (Stellen ist eine Parade!) – jetzt nur die Reiterhand betrachtend- ein Wechselspiel zwischen annehmen und nachgeben, wobei das nachgeben einen enormen Stellenwert hat.
Mit “Kraft” zu reiten heißt auch nicht zwingend gleich riegeln, denn jedes Pferd ist anderes: Manche reagieren auf weiche (Zügel-)Hilfen, manche eben weniger. Das ist eventuell auch rasse- und auf jeden Fall charakterbedingt. Wichtig ist, egal ob innen oder außen, das NACHGEBEN auf die annehmende Zügelhilfe. Denn eine solche weiche, nachgebende Hand wirkt nicht hart, auch wenn sie mit “Kraft” ausgeführt scheint (vielleicht ist diese “Kraft” bei diesem Pferd nötig, da es sonst -erstmal- nicht reagiert?).
Mit “Kraft” reiten ist nicht gleich riegeln.

Hieraus leitet sich meine Interpretation des “außen GEGENHALTNS” ab:
Man muss sich immer fragen, inwiefern und vor allem WIE LANGE man außen gegenhält.
Gegenhalten ist nötig, damit sich das Pferd am Gebiss abstoßen kann, damit es nicht ausbricht uvm. Nur muss man, wenn es reagiert, eine Millisekunde später auch wieder NACHGEBEN. Man darf nie im Gegenhalten, also in der Parade, steckenbleiben, die Verbindung muss immer weich sein. Mitunter stört man mit dauerndem Gegenhalten das Pferd ja auch in seinem Gang. Erst kommt der Takt, darauf folgen Losgelassenheit und schließlich die Anlehnung; das heißt, wenn der Takt hergestellt ist (das Pferd findet ihn von allein, mit der Reiterhand zu stören ist deshalb völlig unnötig!) und man ihn durch die nachgebende (eine nachgebende Hand geht in der Pferdebewegung mit!) Hand fördert, dann wird das Pferd die Anlehnung suchen und der Reiter gestattet sie – durch Reiten auf gebogenen Linien kann er anfangen, Stellung zu fordern und die Biegung zu verbessern. Hierbei ist es wichtig, dass der Reiter weiß, wann er wo (also innen oder außen) wie viel annehmen muss (immer soviel nachgeben, wie angenommen wurde). Und seine Hilfen gezielt einsetze.

Das Wörtchen nachgeben soll bildlich verdeutlichen (sofern man sich das vorstellen kann), dass der Reiter nach dem Annehmen eben nicht in der Bewegung stecken bleibt, sondern einfach wieder weich wird und der Pferdebewegung – im Idealfall nach vorwärts-abwärts – folgt, eben um einseitiges Riegeln zu verhindern. Nachgeben heißt ja nicht alles wegschmeißen!

Verbreitetet ist auch die Vorstellung, dass der äußere Zügel wie ein Ausbinder sein soll.
Der Ausbinder selbst kann nicht nachgeben, das Pferd sucht das Nachgeben, in dem es selbst, gezwungenermaßen, im Genick nachgibt. Dieses imaginäre Bild vermittelt meiner Meinung nach ein verfälschtes Bild vom Wechselspiel „Annehmen und Nachgeben“, denn wenn ein Pferdchen trabt, dann ruckt der Ausbinder im Maul wenn es im Genick nachgibt. Dieser fängt dann an, “vorzugehen”, durchzuhängen. Prinzipiell richtig, denn der Reiter bekommt vermittelt: „Meine äußere Hand ist der Ausbinder, ich muss nach dem Annehmen vorgehen (nachgeben), dann geht mein Pferdchen durchs Genick.“ Gibt der Reiter nach, gibt auch das Pferd nach, denn es reagiert ja nur.
Die Richtung stimmt, nur darf nicht alles nach vorne weggeschmiessen werden.
Die Mischung machts! Der äußere Zügel führt in der Wendung, ist aber niemals starr.

Riegeln hat für mich auch sehr viel mit der “stetig durchhaltenden, rückwärtswirkenden Hand” zu tun, denn nicht jedes Annehmen, das mit Kraft verbunden ist (siehe Abschnitt: Jedes Pferd ist anders) ist für mich gleich riegeln.

Das Nachgeben an beiden “Zügelhänden”, sprich beim innen stellen UND bei außen gegenhalten, darf keinesfalls außer Acht gelassen werden, denn hieran entscheidet sich mitunter auch, ob man das Riegeln nennen kann oder nicht.
Entscheidend ist – neben der Frage, wie lange gegengehalten oder angenommen wird -, ob auf die annehmende Zügelhilfe eine nachgebende folgt!
Deshalb müssen wir Reiter uns bei jedem Ritt, bei jeder Wendung fragen: „Ich halte außen gegen, aber gebe ich auch wieder nach, sobald mein Pferd reagiert?“

Falls letzterer Frageteil mit „Ja“ beantwortet werden kann, ist man auf dem richtigen Weg oder hat ihn vielleicht schon gefunden.

 

Zahnbehandlung bei Pferden

PferdezahnarztZahnbehandlung ……nur für „alte“ Pferde ?  – Ganz bestimmt nicht!

Leider denken viele Pferdebesitzer immer noch nicht über eine evtl. notwendige Zahnbehandlung bei ihrem Liebling nach.

Da gibt es die unterschiedlichsten Aussagen…..
„Mein Pferd ist doch erst 4 Jahre alt und kann ja noch gar keine Probleme mit den Zähnen haben!“

„Der frisst ja noch, also kann es nicht so schlimm sein!“
„Mein Pferd hat doch noch nie was mit den Zähnen gehabt!“

„Was soll schon schlimm daran sein, wenn ein paar Haken auf den Zähnen sind!“
….. so oder ähnlich lautet häufig der O-Ton im Reitstall.

Die Realität sieht leider häufig anders aus, und man kann gar nicht sagen, welches der allergrößte Irrtum dieser Aussagen ist.

Das Gebiss des Pferdes ist ursprünglich darauf ausgelegt Gras zu beißen und zu zermahlen. Die heutzutage übliche Pferdefütterung mit Hafer, Kraftfutter und oder Müsli ist dagegen nicht für das Pferdegebiss geeignet und führt somit unweigerlich zu Komplikationen im natürlichen Abriebprozess der Kauflächen, weshalb die Zähne 1-2-mal jährlich untersucht werden sollten.

Schon junge Pferde sollten unbedingt einem kompetenten Tierarzt (nicht jeder Tierarzt kann auch eine Zahnbehandlung beim Pferd durchführen!) oder Pferde-Dental-Praktiker (nach IGFP – Internationale Gesellschaft zur Funktionsverbesserung der Pferdezähne e.V.) vorgestellt werden. Selbst Fohlen bis zu einem Alter von 2,5 Jahren sollten durchaus schon untersucht werden, um mögliche Fehlstellungen noch gut korrigieren zu können.

Viele Reiter wundern sich, dass ihr Pferd beim Einreiten nicht so mitmacht, wie gewünscht, mit dem Kopf schlägt, oder los stürmt. Bei manchen Pferden reicht ein Blick ins Maul, um festzustellen, dass durch die Haken auf den Backzähnen, die sogar in die Backentasche des Pferdes einschneiden können, immense Schmerzen hervorgerufen werden können. Auch können evtl. vorhandene Wolfszähne Probleme bereiten und müssen gezogen werden. Des Weiteren kann es auch zu Problemen beim Zahnwechsel kommen, die entsprechend behandelt werden müssen.

Viele Pferde zeigen leider nicht offensichtlich an, wenn sie Zahnprobleme haben, sondern leiden still,  wodurch nicht selten größere Folgeschäden entstehen.

Jedoch sind einige Verhaltensauffälligkeiten bei genauem Hinsehen auch für einen Laien gut zu erkennen:

  •         Pferd lässt sich ungern / schlecht auftrensen  und schlägt auch beim Reiten mit dem Kopf oder versucht sich dem Gebiss zu entziehen
  •           sehr langsames oder sehr hastiges Fressen
  •           schlechter Allgemeinzustand (abmagern, trotz ausreichender Futteraufnahme)
  •           Verstopfungskoliken
  •           Kopfschlagen während der Futteraufnahme

Jeder, der der Meinung ist, dass „ein paar Haken ja nicht schlimm sein können“ sollte einmal mit den Fingern über diese Haken fahren und wird feststellen, wie schlimm, schmerzhaft und nicht zuletzt äußerst unangenehm dieses Gefühl ist. Wir schneiden uns dabei vielleicht nur in den Finger, doch wie muss sich das Pferd fühlen, wenn ihm auch noch die Trense an der Stelle drückt, weil die Backzähne bereits Haken ausgebildet haben, die scharf wie Messerklingen sind?

Hat man sich nun doch entschlossen einmal einem Experten sein Pferd vorzuführen, hier einige Punkte, die beachtet werden sollten:
Der Begriff Pferdezahnarzt ist nicht korrekt, da ein Hochschulstudium, welches für die Bezeichnung Zahnarzt absolviert werden muss, nur für die Humanmedizin existiert.
Pferdedentisten  benötigen kein Hochschulstudium und können auch ohne tierärztliches Studium den Beruf ausüben.

Der Pferde-Dental-Praktiker (nach IGFP) kann sowohl Dentist als auch Tierarzt sein. Wer diesen Titel führt stehen für einen hohen Qualitätsstandard in der Pferdezahnbehandlung.

WICHTIG:
- Nicht-Tierärzte dürfen keine Sedierungen setzen und müssen in der Regel mit dem Haustierarzt zusammenarbeiten.

- Ein Tierarzt kann selber sedieren und weitergehende Behandlungen durchführen.

Grundsätzlich sollte jeder Pferdebesitzer auf folgendes achten:

-          die Behandlung dauert im Schnitt ca. 45 Minuten, bei kürzeren Behandlungen sollte man skeptisch werden, da diese u.U. nicht gründlich ausgeführt wurden

-          die Behandlungsausrüstung muss sauber und hygienisch sein

-          es wird ein Maulgatter verwendet, kein Maulöffner (Ähnlichkeit mit einem Tauchsieder), da dieser zu Gaumenverletzungen und Brüchen der Backzähne führen kann

-          mehrere verschieden geformte Handraspeln, sowie eine elektrische Schleifmaschine

-          es wird mit einer (Kopf-) Lampe gearbeitet

Im Sinne des Tieres sollte jeder sein Pferd regelmäßig untersuchen und ggf. behandeln lassen, denn leider können uns die Pferde nicht sagen, wenn sie Zahnschmerzen haben und so muss sich jeder Einzelne mit der Thematik auseinander setzen und auf kleinste Hinweise, die uns unser Pferd mitteilt achten, um rechtzeitig handeln zu können.

Der Hannoveraner

HannoveranerMit rund 450 Zuchthengsten und über 18.000 eingetragenen Zuchtstuten ist der Hannoveraner eine der verbreitetsten Warmblutrasse der Welt.

Der Ursprung des Hannoveraners lässt sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen, wobei die Rasse ursprünglich für die niedersächsische Landwirtschaft oder fürs Militär gezüchtet worden sind. Mit einem Stockmaß von bis zu 1,80m konnten die Hannoveraner als eindrucksvolle Schlachtrösser in den Kampf ziehen.

Im Jahre 1735 wurde das Landgestüt Celle gegründet, womit auch die zentrale Registrierung in der Zucht eingeführt wurde.

Das erste Hannoversche Stutbuch wurde 1888 gegründet und stand somit als Vorgänger für den heutigen Hannoveraner Verband.

Innerhalb des 19. Jahrhunderts wurde durch die vermehrte Einkreuzung von Vollblütern, später zusätzlich noch Trakehner, der ursprüngliche Hannoveraner veredelt und erlangte somit den heutigen, sehr begehrten und überaus erfolgreichen Sportpferdetyp, der sich in allen Sparten des Reitsports etabliert hat.

Das Haupteinsatzgebiet liegt sicherlich im Dressur- und Springsport, jedoch sind auch im Fahrsport, der Vielseitigkeit und vor allem im Freizeitbereich viele Hannoveraner zum festen Bestandteil geworden.

Besonderes Augenmerk in der Zucht wird auf die Rittigkeit, den Charakter und das Temperament gelegt.

Der heutige Hannoveraner zeichnet sich durch ein sehr gutes Gangwerk, hohe Aufmerksamkeit, Gelehrigkeit und Temperament aus.

Nicht zuletzt wegen seiner Rittigkeit und seinen Erfolgen im Spitzensport – Deister, eines der erfolgreichsten Springpferde, war auch ein Hannoveraner – ist der Hannoveraner mittlerweile international gefragt. Und so verwundert es nicht, dass bei den Auktionen in Verden immer wieder Spitzenpreise von Käufern aus dem Ausland geboten werden.

So standen beispielsweise gleich 4 Hannoveraner bei den diesjährigen Olympischen Spielen im Finale der Dressurwertung:
Don Auriello und T. Vilhelmson Silfven (Schweden), Salinero und A. van Grunsven (Niederlande), Desperados FRH und K. Sprehe (Deutschland), Diva Royal und D. Schneider (Deutschland), wobei Salinero als 6. den besten Platz erzielte.

In der Vielseitigkeit konnte Ingrid Klimke mit FRH Butts Abraxxas in der Mannschaftswertung sogar zur Goldmedaille reiten.

Einer der überragendsten Hannoveraner Hengste der vergangenen Jahre war der Fuchshengst „Weltmeyer“ des Landgestüts Celle, der 1986 Körungssieger in Verden wurde. 1987 wurde Weltmeyer Bundeschampion der 3-jährigen Reitpferde und 1998 „Hannoveraner Hengst des Jahres“.

Der Hauptsitz des Hannoveraner Verbands, der sich aus 7 Bezirksverbänden (Braunschweig, Hannover, Hessen, Lüneburg, Osnabrück / Emsland, Ostfriesland / Oldenburg und Stade) zusammensetzt, befindet sich in Verden, hier finden auch die wichtigsten Veranstaltungen rund um den Hannoveraner statt, wie Körungen, Auktionen und Turniere.

Abzeichen im Pferdesport – viel mehr als nur ein Blatt Papier

Deutsches ReitabzeichenWarum lohnt es sich überhaupt, ein Abzeichen abzulegen? Welche Abzeichen gibt es eigentlich? Und was sind die Anforderungen?
Antworten findet Ihr hier!

Auf große und kleine, auf reitende und nichtreitende Pferdfans – wie zum Bespiel Mütter oder Väter, die man im Reitsportmehr braucht als man manchmal  denkt – wartet das erste Abzeichen im Pferdesport: Der Basispass Pferdekunde.
Dieser bescheinigt, dass man ein Pferd sicher führen, anbinden, putzen, zur Arbeit ausrüsten und verladen kann. Des Weiteren ist er ein Garant dafür, dass man Pferdeverhalten richtig deuten und darauf dementsprechend reagieren kann.
Die Teilnehmenden müssen in der Prüfung auch Grundkenntnisse in der Pferdefütterung, Pferdegesundheit und die Ethnischen Grundsätze des Pferdefreundes beherrschen.
Der Basispass Pferdekunde  ist Voraussetzung für alle anderen Abzeichen im Pferdesport und kann von Pferdefans jeden Alters zu jeder Zeit abgelegt werden.

Sobald junge Reiter sicher im Sattel sitzen, die Grundlagen der Hilfengebung beherrschen und dem Pferd unter sich auch (mehr oder weniger) unmissverständlich vermitteln können, wo sie denn in der Bahn hinreiten möchten, kann das kleine Hufeisen abgelegt werden.
Das Motivationsabzeichen für Reiter unter 17 Jahren setzt das Reiten in der Abteilung in allen drei Grundgangarten voraus. Außerdem wird von den Richtern theoretisches Grundlagenwissen im Bereich Reiten abgefragt (Hilfengebung, Ausrüstung des Pferdes zum Reiten, Hufschlagfiguren, Bahnordnung und anderes).

Reiter unter 19 Jahren können das große Hufeisen ablegen. Die Prüfung ähnelt der des kleinen Hufeisens, wird jedoch um das Springen über niedrige Hindernisse in Cavaletti-Höhe ergänzt.

Sobald Reiter in der Lage sind, eine E-Dressur zu reiten und auf Höhe der Klasse E zu springen, können sie das Deutsche Reitabzeichen der Klasse IV (DRA IV) ablegen.
In der theoretischen Prüfung werden Grundkenntnisse der Reitlehre der Klasse E, Kenntnisse über das Tierschutzgesetz sowie über das Verhalten des Reiters im Gelände und im Straßenverkehr vorausgesetzt.

Zwischen der erfolgreichen Prüfung des Deutschen Reitabzeichens der Klasse IV und dem Ablegen des darauffolgenden Deutschen Reitabzeichens der Klasse III (DRA III) muss ein Jahr vergangen sein.
Beim DRA III werden eine A-Dressur und ein A-Springen geritten sowie die dazugehörigen theoretischen Kenntnisse der Klasse A abgefragt.

Das Deutsche Longierabzeichen der Klasse IV (DLA IV) bescheinigt den Absolventen, dass sie das einfache Longieren eines Pferdes gemäß den FN „Richtlinien für Reiten, Fahren und Voltigieren Band 6“ sicher beherrschen.
In der theoretischen Prüfung müssen Grundkenntnisse in der Longier- und Reitlehre sowie  Kenntnisse über das Tierschutzgesetz nachgewiesen werden.

Wer das Longierabzeichen der Klasse III (DLA III) ablegen möchte, muss ein Pferd an der Doppellonge vorführen.

Für alle, die sicher im Gelände unterwegs sein wollen, gibt es den Deutschen Reitpass.
Jener bescheinigt Reitern, dass sie ein geeignetes Pferd im Gelände sicher reiten können und die dazu erforderlichen theoretischen Kenntnisse besitzen.
Die praktische Prüfung fordert neben dem Reiten im Gelände in allen drei Grundgangarten von allen Teilnehmern einen Einzelgalopp, sowie das Wegreiten von der Gruppe.
In der theoretischen Prüfung präsentieren die Reiter Grundkenntnisse der  Reitlehre und Pferdehaltung, Wissen über reiterliches Verhalten und Umweltschutz, Unfallverhütung (Erste Hilfe für Reiter und Pferd) und Kenntnisse der wichtigsten Rechtsvorschriften im Gelände.

 

Reitabzeichen sind viel mehr als nur ein Blatt Papier.
Sie bescheinigen Reitern, Pferdebesitzern und anderen Pferdefans, dass die Absolventen sicher mit dem Partner Pferd umgehen können und geben Auskunft über das reiterliche Können.
So kann der Nachweis von Abzeichenprüfungen in manchen Reiterferien oder bei der Suche nach Reitbeteiligungen von Vorteil sein, da die Prüfungsanforderungen deutschlandweit einheitlich geregelt sind.

Für die Ambitionierten unter Euch:
Das Deutschen Reitabzeichen der Klasse IV berechtigt zum Turnierstart der Klasse E (und eingeschränkt der Klasse A) in Dressur und Springen, das Deutsche Reitabzeichen der Klasse III zum Start der Klasse A (und eingeschränkt der Klasse L).

Natürlich finden für alle Abzeichen Vorbereitungslehrgänge statt. Der Besitz eines eigenen Pferdes ist nicht immer zwingend notwendig. Erkundigt Euch doch mal bei Eurem Landesverband oder fragt im Reitstall nach.

Auch die Pferde werden es Euch danken.

 

Das American Quarter Horse

Quarter HorseDas Quarter Horse ist sicherlich das bekannteste Westernpferd und mit ca.  5 Millionen registrierten Pferden zugleich auch die größte Rasse weltweit. All diese Pferde sind beim Dachverband in den USA (Amarillo, Texas), der AQHA (American Quarter Horses Association) eingetragen. Die Entstehungsgeschichte der Rasse,wie auch des Verbands ist aber sehr jung.

In dem heutigen Amerika gab es bis Ende des 15ten Jahrhunderts keine Pferde. Erst die Spanischen Eroberer brachten Pferde mit in das neu eroberte Land. Darunter befanden sich neben Andalusiern ebenso Berber wie auch schwere Kaltblüter. Im Laufe der Besiedelung Amerikas kamen immer mehr Pferderassen aller Länder über den „großen Teich“. Es  war besonders das schnelle Englische Vollblut, das die Pferdzucht in Amerika beeinflusste.

Mitte bis Ende des 19 Jahrhunderts war die Zeit der großen Viehtriebe und Blütezeit der Ranches.  Es waren kompakte, leichtrittige und vor allem sprintstarke Ranchpferde, die die damalige Zucht und den Grundstein für das American Quarter Horse legten. Der Namen wurde von den Quarter Mile Races,  die damals in den Städten als Wochenendspaß der Cowboys stattfanden, abgeleitet. Hier wurden Sprintrennen  auf den Hauptstraßen über eine Viertel Meile ausgetragen. Es ging es dabei ca. 200 m zur Stadt hinaus, dann wurde gewendet und wieder zurück über Start und Ziel. Die sprintstarken Ranchpferde waren hierbei den anderen Pferden meist überlegen. Mit Augenmerk auf muskulöse Pferde, spurtstark, wendig und doch ruhig bei der Arbeit auf der Ranch entstand ein Rasse die in ihrer Vielseitigkeit seines geichen sucht – das Quarter Horse.  Erst im 20. Jahrhundert, im Mai 1940 folgte eine Gruppe Rancher dem Aufruf von Anne und James Goodwin um den Grundstein für die heutige AQHA zu legen. 1975 war es auch in Good Old Germany soweit – es wurde die DQHA (Deutsche Quarter Horse Association) gegründet. Mittlwerweile leben über 30.000 QH in Deutschland.

Aus den ursprünglichen Ranchpferden mit viel Cow Sence (Gespür für die Rinderarbeit) haben sie heute Freizeit und Sportpferde für alle Westerndisziplinen entwickelt. Vom schnellen kompakten Reiningpferd bis hin zum großrahmigen Pleasurepferd.  War in den letzten Jahren der Trend „Spezialisten“ zu züchten, geht es derzeit wieder etwas back to the roots. Gerade in USA hat man sich auf die ursprünglichen Stärken des QH bekannt und unterstütz Ranches/Züchter, die vielseitige Ranchhorses mit den alten Rassemerkmalen züchten. Dies spiegelt sich auch in diversen Disziplinen wie der Ranch Horse Versatility oder der 2012 eingeführten Ranch Pleasure wieder.

Jump & Dog

Jump DogEine sogenannte „Fun-Prüfung“, die sich auf immer mehr Turnieren großer Beliebtheit erfreut und den Zuschauern eine gute Unterhaltung bietet!

Eine Mannschaft besteht aus einem Reiter mit Pferd und einem Läufer mit Hund.

Ähnlich wie in der vielleicht bekannteren „Jump & Drive“ Prüfung absolviert der Reiter mit seinem Pferd einen Parcours von ca. 6 Hindernissen, wobei die maximale Hindernisshöhe ca. 60 cm beträgt.

Nach dem letzten Hindernis muss der Reiter zu einem Haltepunkt, bzw. in ein vorgegebenes Feld reiten, dort absteigen und sein Pferd an einen Helfer übergeben.
Dann läuft er mit einer Gerte als Staffelstab eine vorgegebene Strecke bis zu einem bestimmten Punkt, wo der Hundeführer mit seinem Hund wartet und den Staffelstab (Gerte) übernimmt.

Nun ist es an dem Läufer, zusammen mit seinem Hund ebenfalls eine Anzahl von Hindernissen zu überwinden, oder bestimmte Aufgabenstellungen zu lösen (z.B. Slalom, über Strohballen laufen etc.).

Gewonnen hat die Mannschaft mit der besten Gesamtzeit, wobei eine Verweigerung, sowohl beim Pferd als auch beim Hund sich selbst bestraft, ein Hindernissfehler, egal ob vom Pferd, Läufer oder Hund, wird mit jeweils 5 Sekunden auf die Gesamtzeit bestraft.

Bei der Aufgabestellung ist der Phantasie des Veranstalters keine Grenze gesetzt.

Spaß und Freude ist für alle Beteiligten garantiert!

 

 

 

TRAILTRAINING – die Basis

Trail Dusty mit 23 JahrenDie Trailprüfung ist nicht nur eine Disziplin des Westernturniersports, sondern findet immer mehr Beliebtheit im Freizeitreiterbereich. So erwatet die Reiter und ihre Pferde bei viele Orientierungs- und Sternritten, Reiterrallys und Playdays ein Trailparcours mit Hindernissen wie Stangen-L, Tor und Brücke.

Auch wenn hier im BLOG der Platz für einen kompletten Trailkurs sicher nicht reicht, möchte ich Euch einige Tipps und Anregungen für das Training an und in den Trailhindernissen  geben.

Nimm niemals die Ruhe aus deinem Pferd

Dies ist sicherlich einer der wichtigsten Leitfäden für die Ausbildung von meinen Westernpferden. Nur mit einem ruhigen Pferd, das seine Aufmerksamkeit dem Reiter widmet – eben  „zuhört“, lässt sich kommunizieren und somit entsprechend trainieren. Diese Ruhe und Gelassenheit sind auch wichtige Faktoren in der Ausbildung eines Pferdes an den einzelnen Trailhindernisse.

Die Basis:

Voraussetzung für ein erfolgreiches Trailtraining ist wie bei allen Disziplinen eine fundierte Basisausbildung. Das Pferd sollte in den vier Bereichen Kopf/Hals, Schulter, Rippenkasten und Hüfte kontrollierbar sein und dort gelernt haben der Zügelhand zu folgen bzw. dem angelegten Zügel zu weichen, dem Bein zu weichen und auf Gewichtshilfen reagieren. Nur dies ermöglicht uns das Pferd im Hindernis korrekt zu steuern.

Ruhezonen:

Dem Pferd Fluchtpunkte zu bieten oder besser Ruhe- und Komfortzonen zu schaffen ist Basis der Grundausbildung und findet auch beim Trailtraining seine Anwendung. Oft hat unser Partner Pferd ein Problem im Hindernis ruhig zu stehen und nimmt somit dem Reiter die Chance die Hilfe für den nächsten Schritt zu geben. Aus diesem Grund trainieren wir die Hindernisse als „Ruhezonen“.  Hat ein Pferd das o.g. Problem, arbeitet man es mit kleinen Volten und Biegungen außerhalb des Hindernis – mit Konsequenz aber bitte mit Ruhe und Gelassenheit! Im Hindernis (z.B. Stangen-L, Viereck oder am Tor) findet es seine Ruhezone. Whoa und Zügel ablegen, loben und Pause machen. Hier wartet unser „Pony“ auf den nächsten Schritt.

Stepp by Stepp:

Ein häufig gemachter Fehler ist das Hindernis immer komplett zu trainieren. Gerade in Anfangsstadium sind die Pferde hiermit meist überfordert. Es geschieht genau das was wir nicht wollen:  das Pferd verliert durch Berühren von Stangen oder einem Hindernis wie dem Tor die Ruhe, wird verunsichert und versucht sich beim nächsten Versuch dem Hindernis zu entziehen. Kennen die Pferde ein Hindernis passiert es oft, dass sie vergessen zuzuhören, denn schließlich weiß man ja auch als Pferd ein klein wenig was und will schnell mit dem Hindernis fertig werden – das Pferd nimmt dem Reiter alles vorweg. Dies führt dann oft zu Unaufmerksamkeit und entsprechenden Fehlern. Aus diesem Grund trainieren wir die Hindernisse immer Stepp by Stepp. Diese einzelnen Schritte können unter Umständen dabei immer etwas verschieden aussehen oder auch die Reihenfolge geändert werden.

Beispiel Stangen-L:

Stepp1: vorwärts bis in die Ecke, verharren/Ruhe, rückwärts heraus Stepp2: vorwärts um die Ecke, verharren/Ruhe, rückwärts bis in die Ecke, verharren/Ruhe, vorwärts heraus Stepp3: vorwärts um die Ecke, verharren/Ruhe, rückwärts komplett um Ecke heraus, verharren/Ruhe Stepp4: Pferd vor L drehen (Hinterhand- oder Vorhandwende), rückwärts ins Hindernis bis zur Ecke, verharren/Ruhe vorwärts raus Stepp5: Drehung vor dem Hindernis, komplett rückwärts durch, verharren/Ruhe.

Arbeit am Boden:

Ein wichtiger Faktor beim Training für den Trail ist die Gelassenheit. Hat ein Pferd Angst vor einem Hindernis wie Brücke, Wassergraben oder Tor, ist es das Wichtigste wieder Ruhe und Vertrauen aufzubauen. Hierzu muss man dem Pferd das Hindernis vom Boden aus zeigen, es damit vertraut machen und an das neue „ponyfressende Ungetüm“ heranführen. Vom Sattel aus kann dies nur mit Druck geschehen und das Pferd wird das Hindernis mit diesem Druck und somit etwas Unangenehmen in Verbindung bringen. Hat das Pferd das Hindernis geführt bewältigt kann man auf den zweiten Schritt Reiter und ein Führer übergehen. War dies ebenfalls erfolgreich wird der Dritte Schritt und somit das Durchreiten problemlos sein. Auch beim Training vom Boden aus sollte man bereits Ruhezonen einbauen und das Stepp by Stepp arbeiten.

Der Weg:

Springreiter suchen sich gerne den kürzesten Weg im Parcours um Zeit zu sparen. Beim Trail ist dies genau der andere Fall: weite Wege! Ein weiter Weg bedeutet beim Anreiten eines Hindernisses, dass man den optimalen Winkel und Stellung des Pferdes wählen kann und somit das Pferd nicht direkt vor (oder in) dem Hindernis steuern oder gar korrigieren muss.

Naturtrail – Ausritt:

All diese Tipps kann man auch sehr gut für Hindernisse im Gelände umsetzen. Ob bei einem Naturtrail-Training oder einfach beim nächsten Ausritt. Sicherlich ist jeder von uns schon vor einem Bach, einer großen Pfütze, einem Baumstamm oder einem „bösen“ Briefkasten gestanden!

All dies ist sicher nur ein Teil in der Ausbildung eines guten Trailpferdes. Die richtige Technik im Hindernis oder Fragen wie: „wie hole ich mir die Aufmerksamkeit des Pferdes, wie kriege ich mein Pferd dazu mitzuarbeiten, wo drehe ich, welche Hand führt und welche begrenzt, wo muss mein Bein hin, sitze ich außen oder innen?“  würden den Rahmen des BLOG sprengen. Wir hoffen aber, dass ich Euch einige Tipps & Tricks zum Training vermitteln konnten.

Viel Spaß und Erfolg beim nächsten Trail wünscht Euch

Tom Büchel concepts4horses

 

REITTV-News vom 13.08.2012

Auch nach den Olympischen Spielen lassen die deutschen Vielseitigkeitsreiter Gold regnen. Im schwedischen Malmö wurde am Wochenende die FEI Vielseitigkeits-Weltmeisterschaft, sowie die Europameisterschaft der jungen Vielseitigkeitsreiter ausgetragen. Neben Frank und Andreas Ostholt, ritten unter anderem auch die Olympia-Gewinner Dirk Schrade und Ingrid Klimke um den Weltmeister-Titel. Nach Dressur und Gelände stand die Münsteranerin Klimke auf dem ersten Platz. Diesen ließen sie und ihr Nachwuchspferd Tabasco sich auch nach dem abschließenden Parcours nicht mehr nehmen.

Zweiter wurde Dirk Schrade, auf dem dritten Platz landete Sara Algotsson-Ostholt.

Bei der Europameisterschaft der jungen Reiter ging es neben der Einzelwertung auch um die Teamwertung. Nach Dressur und Gelände lag das deutsche Team knapp vor den Franzosen.

Im Parcours ritt sich das deutsche Team, zu dem unter anderem auch REITTV.de Cup-Teilnehmerinnen Jana Weyers und Pia Münker gehören, an die Spitze.

Neben der Teammedaille gewann die deutsche Meisterin der jungen Vielseitigkeitsreiter Pia Münker auch die Einzelmedaille und damit den Titel der Europameisterin.

Einen ausführlichen Bericht, mit spannenden Bildern und Interviews der Sieger sehen Sie in der nächsten Sendung von REITTV, am 18.08. auf Sport1.

Fliegenspray – selbst gemacht!

FliegensprayViele kennen sicherlich das Problem:
Draußen ist es warm und schon kommen die Bremsen, Fliegen und Mücken raus.
Das Reiten auf dem Platz kann dann schon anstrengend für Reiter und Pferd werden, aber im offenen Gelände oder gar im Wald scheint es unmöglich, dass man in Ruhe reiten und auch den Ausritt genießen kann.

Die Liste der Fliegen-, Bremsenspray ist lang und es werden immer neue Komponenten ausprobiert, doch bei einigen Pferden helfen die meisten konventionellen Mittel meist nur recht kurzfristig oder auch gar nicht.

Jedes Pferd ist anders und so ist es auch nicht möglich DAS Fliegenspray für alle Pferde zu finden.

Da heißt es ausprobieren und Geld zu investieren, besonders ärgerlich, wenn es dann nicht wirkt.

Für diejenigen, die einmal eine günstigere Alternative zum Selber mischen ausprobieren möchten, habe ich folgendes Rezept, welches sich bei unseren Pferden bewährt hat:

–       1 Liter schwarzen Tee (ca. 5 Beutel handelsüblichen Schwarztee)

–       1  Liter Essig

–       1 Zitrone

–       10 – 12 Gewürznelken

–       3 – 4 Knoblauchzehen

–       10 – 15 ml Teebaumöl

Am besten den schwarzen Tee in einem Eimer ansetzen, die übrigen Zutaten mit in den Eimer geben (Zitrone und Knoblauch in grobe Stücke schneiden!) und am besten draußen (!) mindestens 2 Tage ziehen lassen.

Danach durch ein Sieb schütten und in Sprayflaschen umfüllen, hierfür eignen sich leere Flaschen vom letzten Fliegen- oder Mähnenspray, oder aber, wer keine leeren Flaschen hat, handelsüblichen Sprühflaschen, z.B. aus dem Supermarkt.

Der Kostenfaktor liegt für 2 Liter Fertig-Mischung bei ca. 5,- bis 7,- €

Der Geruch ist ziemlich gewöhnungsbedürftig, aber es hilft !

Achtung, dies ist ein kostengünstiger Vorschlag und keine 100%-ige Garantie