Jungpferde starten

Für viele Jungpferdebesitzer wird dieses Thema dieses Frühjahr wieder aktuell. Und gerade über das Basistraining von jungen Pferden gibt es seit Jahren endlose Diskussionen. Hauptbestandteil dieser ist meistens das Alter in dem man mit dem Training beginnen sollte. Während in einigen Verbänden die Futurity, mit „sehr gut laufenden“ 3 jährigen Pferden, das höchstdotierte Turnier ist, hat man an anderer Stelle erkannt, dass auch ein Jahr später die Pferde noch Potential genug für Leistung im Sport haben und dies evtl. dann ein paar Jahre länger. Futurity Pferde (und da ist es egal ob Reining oder Pleasure) werden oft in dem Jahr in dem sie 2 Jahre alt werden ab dem Januar unter den Sattel genommen – sprich mit 18 oder 20 Monaten! 18 bis 20 Monate später müssen diese dann drehen wie Hubschrauber und 6m lange Slides in den Sand ziehen! Abgesehen von körperlichen Voraussetzungen ist es hier vor allem der mentale Bereich der sehr viele Pferde durch das „Raster“ fallen lässt. Ergebnis sind Pferde die imVolksmund „über die Uhr“ geritten sind.

Basics
Heute möchte ich aber nicht in diese Thematik um das Reiten oder nicht von 2 Jährigen einsteigen und auch nicht die hundertste Abhandlung über nicht geschlossene Wachstumsfugen beleuchten – heute geht es um die doch viel entscheidendere Frage nach der Art und Weise der Ausbildung in den ersten Monaten… und dies sicher nicht von 2 Jährigen! Obwohl es hier eigentlich um Basistraining geht, das heißt eine Basis zu schaffen für das was später einmal trainiert wird, hört man immer wieder von Grundausbildung Reining oder „… mein Pferd wird Pleasure angeritten“. Aber sollte die Basis bei einem Jungpferd nicht immer die gleiche sein, egal ob es später mal stoppen und spinnen oder leichtrittig durch eine Western Riding laufen soll?! Ja sie sollte und sie sollte vor allem auf eines abgestimmt sein: Balance, Takt und Gelassenheit. Nur ein gelassenes Pferd wird in Zukunft mitarbeiten und sich nicht von jedem Geräusch ablenken lassen, nur ein Pferd das taktrein laufen kann ist in der Lage in allen Gangarten zu punkten. Und die Balance ist sicherlich ein wichtiger Punkt, wenn es später irgendwann in das Manövertraining geht. Das Anreiten, die Grundausbildung, ist für unser Jungpferd die Basis für all das, was es später einmal lernen soll und kann – das Ein mal Eins und das Alphabet zugleich! Und hier ist es wie bei Kindern: fehlt ein Buchstabe, lassen sich manche Wörter und damit manche Sätze nicht bilden … zwar müssen unsere Pferde nicht reden, aber zu den oftmals recht komplexen Manövern muss die Kon¬trolle aller Körperteile vorhanden sein! Aus diesem Grund ist es gerade hier wichtig dieses Basistraining mit Ruhe und vor allem auch Zeit anzugehen.
Körperkontrolle und Balance
In der Grundausbildung sollten die Pferde lernen, unter der Einwirkung des Reiter die einzelnen Körperteile wie Vor- und Hinterhand, Schulter, Hals und Kopf und die Hüfte zu bewegen und zu positionieren. Gerade hier ist es wichtig, dass der Reiter mit seiner Einwirkung (Bein, Gewicht, Hand, Becken, Absatz) auch wirklich „hilft“! In diesem Training legt der Ausbilder auch den Grundstein für den Muskelaufbau des Pferdes. Bereits hier sollte auf eine aktive Hinterhand geachtet werden, da nur so Muskulatur an dieser und im Bereich des Rückens aufgebaut wird und darüber hinaus auch über die Arbeit der Hinterhand ein taktreines Laufen ermöglicht wird. Wenn auch die Hilfen sich teilweise unterscheiden, so ist doch das Ziel der Grundausbil¬dung in allen Reitweisen gleich! Denn genau diese Aspekte wie Balance, Gelassenheit und Takt sind die Grundlagen für Dressur- oder Springtraining.
Die Zeit
Im Allgemeinen wird für diese Grundausbildung ca. 3 bis 4 Monate angesetzt. Wie lange man wirklich braucht wird einem das Pferd zeigen, da nicht alle Pferd gleich schnell lernen und es vor allem im Bereich Balance sehr abhängig von der körperli¬chen Verfassung und der Athletik eines Pferdes ist. Ein guter Reiter/Ausbilder wird erkennen wann er den nächsten Schritt machen kann und wann diese Basis so gefestigt ist, dass man in ein weiterführendes und disziplinorientiertes Training über¬wechseln kann. In der Basis wird ein guter Trainer auch genau hierfür die Veranlagung erkennen, die manchmal nichts mit dem Pedigree zu tun hat. Es gibt Pferde die können nach 3 Monaten alle 3 Gangarten solide laufen, andere brauchen dafür 5 oder mehr bzw. laufen nach 3 Monaten gerade mal solide und vor stressfrei in Schritt und Trab.

Vorbereitung
Startet man einen Dreijährigen der absolut roh ist, d.h. weder Sattel noch ein Blanket auf dem Rücken, auch kein Kommando vom Boden aus kennt und vielleicht nicht einmal die Arbeit an der Hand, wird man natürlich etwas länger brauchen. Aus diesem Grund ist es von Vorteil und vor allem auch stressfreier für Pferd und Reiter, wenn man dem Jungpferd schon frühzeitig zeigt was Satteln bedeutet, man es an den Bauchgurt gewöhnt und es durch Arbeit am Boden Vertrauen aber auch die entsprechende „Dominanz“ vom Mensch erlernt hat! Auch das junge Pferd als Handpferd mitzunehmen kann sehr hifreich sein. Wichtig ist hierbei aber, dass man ein sehr ruhiges Reitpferd hat und auch etwas Erfahrung. Das ganze gibt aber die Möglichkeit dem jungen Pfed nichtnur Gelände zu zeigen, sondern auch die Arbeit auf dem Platz. Schnell wird es die Angst vor dem „Puma“ verlieren der da ob über einem aggiert. Man kann es an den Druck und Zug durch einen Strick aus der Position gewöhnen und das Reitpferd gibt Sicherheit und Ruhe.

Abwechslung im Trainingsalltag
Gerade für junge Pferde ist es wichtig Abwechslung in den Alltag der Ausbildung zu bringen. Dies kann z.B. durch Arbeit mit Stangen und Pylonen oder Gelassenheitstraining sein. Neben der Abwechslung, hat man das Pferd somit auch schon an verschiedene visuelle Einflüsse von außen gewöhnt und trainiert somit gleichzeitig Ruhe und Gelassenheit.

Die richtigen Hilfen
Wichtig in der Basisarbeit ist es immer wieder für das gleiche „Manöver“ auch die gleiche Hilfe das gleiche körperloche Kommando zu geben. Einmal für eine Biegung hier zu drücken, das nächste mal dann woanders zu ziehen und beim 3. Versuch vor lauter Ungeduld alles beide zu versuchen oder eine 3. Variante einzubauen wird das junge Pferd verwirren. Hier sind wir Reiter gefragt in aller Ruhe noch einmal zu erklären was wir eigentlich grade wollen!
Pausen und Ruhephasen
Gerade bei jungen Pferden sind Pausen zwischen den Trainingseinheiten besonders wichtig. Zu schnell macht man die „jungen Wilden“ sauer auf das Training. Verweigerung wird dann oft das Ergebnis sein. Darauf reagieren wrr als Reiter dann aber leider oft mit noch mehr Druck und so wird oft ein bereits erzielter Trainingserfolg zunichte gemacht!

Ein Leitsatz meines Trainings greift sicher gerade in der Basisausbildung:
…ask your horse! – es wird Dir zu verstehen geben was es zu lernen vermag …Du musst aber lernen es zu verstehen!“

Pferde-Mähne frisieren: TEIL III Einflechten

Wenn man auf ein Turnier gehen möchte, sollte das Pferd ordentlich frisiert sein und normalerweise auch eingeflochten werden. Eine alte Weisheit besagt: „Das sorgfältig herausgebrachte Pferd ist Ausdruck der Wertschätzung, die ihm sein Besitzer (Reiter) entgegenbringt.“

Beste Voraussetzung für ein unkompliziertes Einflechten der Mähne ist, wenn diese bereits im Vorfeld ausgedünnt und auf die entsprechende Länge verzogen wurde, das erleichtert die Arbeit ungemein. Wichtig ist, die Mähne vor dem Einflechten NICHT mit Mähnen- oder Glanzspray zu behandeln, da dann die Zöpfe nicht halten.

Optisch wirkt ein schmaler oder nicht besonders vorteilhaft bemuskelter Hals etwas üppiger, wenn man dicke Zöpfe flechtet. Bei einem Pferd mit einem ohnehin schon sehr gut bemuskelten Hals hingegen flechtet man in der Regel eher schmale, dünne Zöpfe.
Welche Zöpfe man nun bevorzugt ist aber reine Geschmackssache und bleibt jedem selbst überlassen.

Es gibt verschiedene Vorgehensweisen eine Mähne einzuflechten, eine davon ist, die Mähne in möglichst gleich große Strähnen zu teilen. Man kann die Strähnen im Vorfeld einteilen und mit einem Mähnengummi fixieren, damit sie bei Flechten der einzelnen Zöpfe nicht dazwischen rutschen.

Nun kann man die einzelne Strähne in wiederum drei gleichgroße Strähnen aufteilen und diese wie einen normalen Zopf flechten.

TIP: Möglichst fest flechten (hierzu können die Haarsträhnen auch mit einem Schwamm angefeuchtet werden!), damit die Zöpfe möglichst gleichmäßig und fest sitzen und auch halten.

Das untere Ende wird nun mit einem Mähnengummi fixiert. Wenn alle Strähnen geflochten sind, werden die einzelnen Zöpfchen „umgeschlagen“, d.h. Sie werden so nach innen umgeklappt, dass kleine Knoten entstehen.
Am besten kann man den einzelnen Zopf zweimal einschlagen und dann ungefähr in der Mitte des so entstehenden Knotens wiederum mit einem Mähnengummi fixieren.

Bei Pferden mit sehr langer Mähne (die auch lang bleiben soll) kann man einen sogenannten spanischen Zopf (oder auch Bauernzopf) flechten. Hier muss die Mähne auch zuerst ordentlich durchgekämmt werden und auf eine Seite des Halses gelegt werden. Nun beginnt man kurz hinter dem Genick, drei gleichgroße Strähnen abzuteilen und zu flechten. Wenn die Mähne auf der rechten Halsseite liegt, beginnt man zuerst mit der rechten Strähne, dann die linke Strähne über die Mittlere. Nun wird die rechte Strähne über die Mittlere gelegt und ein immer gleich großer Teil aus dem verbliebenen Mähnenhaar zur jeweils linken Strähne dazugeteilt und mit eingeflochten. Durch das Zulegen des Mähnenhaares zur linken Strähne, bleibt der Zopf dicht am Mähnenkamm.
Liegt die Mähne auf der linken Seite, beginnt man zuerst mit der linken Strähne und nimmt dann mit der rechten Strähnen das Mähnenhaar hinzu.Am Ende des Mähnenkamms, wird der Zopf frei geflochten und mit einem Mähnengummi befestigt.

Wer möchte kann nun noch bunte Bänder oder Kordeln mit in den Zopf einbinden.

Natürliche Schiefe

Heute möchte ich mich heute kurz einer Problematik der Reiterei in Kombination mit der Pferdegesundheit widmen: die natürlich Schiefe.

Vom Grundsatz her haben wir (hoffentlich) bereits in den Reitstunden gelernt, dass das Training unabhängig von der Reitweise (ob Western oder Englisch) das Wohlbefinden und die Gesundheit unserer Pferde stark beeinflussen kann. Dies kann in beide Richtungen geschehen: ein falsches Training führt zu Verspannungen, nicht nur am Rücken, sondern auch in den anderen Muskelpartien des Pferdes. Diese Muskelverspannungen bedeuten Schmerzen und das Pferd wird versuchen, sich diesem zu entziehen und evtl. noch stärker zu Verkrampfen. Im Gegensatz dazu kann eine korrekte Reitweise, unter Berücksichtigung der Anatomie des Pferdes, helfen dieses gesund zu erhalten. Und nur gesunde Pferde geben uns die Möglichkeit zur Losgelassenheit und können für sich und ihre Reiter die Balance finden und zu einer korrekten Versammlung gelangen.

Zunächst müssen wir einmal wissen, dass jedes Pferd von Natur aus eine natürliche Schiefe aufweist. Diese natürliche Schiefe bewirkt aber eine ungleichmäßige Kontraktion bzw. Dehnung der verschiedenen gegenüber liegenden Muskelpartien und hat eine ungleiche Belastung des Bewegungsapparates zur Folge. Wird das Pferd nun falsch trainiert und mit einer falschen Gymnastizierung oder gar ohne ausreichende Gymnastizierung geritten, können diese Probleme verstärkt werden.

Probleme können sein:
- harte Halsmuskulatur
- Verwerfen im Genick
- Rückenprobleme
- Hüftprobleme
- Beinprobleme bis hin zur Lahmheit
- Widersetzlichkeit gegen das Bein und die Hand

Oftmals ist es immer dasselbe Bein, das bei einem Pferd empfindlich ist oder immer wieder Verletzungen aufweist, da genau dieses, bedingt durch die Schiefe, ständig mehr Last aufnehmen muss.

Natürliche Schiefe und Geraderichten
Natürliche Schiefe bedeutet im Prinzip eine einseitige Verkürzung der Muskulatur im Rumpfbereich. Hierzu muss man wissen, dass die Muskulatur auf der gebogenen Seite (Bananeninnenseite) kontrahiert, während sich die Muskeln auf der gegenüberliegenden Seite (Bananenaußenseite) dehnen. Hat man dies erst einmal erkannt wird schnell klar wie wichtig es ist, die Muskeln die bedingt durch die natürliche Schiefe verkürzt sind, durch Biegearbeit und Gymnastizierung zu dehnen, um somit das Pferd gerade zu richten. Dieses Geraderichten des Pferdes muss auch schon früh in die Pferdeausbildung eingebaut werden, um späteren Schäden am Bewegungsapparat zu vorzubeugen. Ebenso ist dieses Geraderichten eine wichtige Voraussetzung für die spätere Versammlung.

Und wieder die Hinterhand 
Selbst bei diesem Geraderichten ist die Hinterhand als Motor ein ausschlaggebender Faktor. Sie hat eine zentrale Bedeutung für das Aufwölben des Rückens. Denn nur ein aufgewölbter Rücken ergibt wiederum eine freie Schulter und ermöglicht dem Pferd den Hals zu senken und sich auszubalancieren. Umgekehrt wird ein Pferd mit durchgedrücktem Rücken dem Reiter nicht die Möglichkeit bieten, die Muskulatur im Schulter- und Rumpfbereich zu kontrollieren und darüber hinaus den Hals hoch tragen, um seine Balance zu finden.

Biegen und Gymnastizieren
Neben Biegeübungen, bei denen wir das Pferd in gewohnter Weise stellen und biegen, sind vor allem aber auch Seitengänge eine optimale Möglichkeit zur Gymnastizierung, um ein Geraderichten zu erzielen. Es gibt auch tolle kombinierte Übungen  - z.B. meine halbe 8, die das Pferd von der Nase bis zum Schweif gymnastizieren. Auch das Schulter-Vor ist eine optimale Übung zur Korrektur der natürlichen Schiefe.

Wichtig bei allen Biegeübungen ist aber auch die Nachgiebigkeit. Nur ein Pferd das es gelernt hat auf eine leichte Hand nachzugeben wird sich auch beim Biegen richtig lösen können und nicht mit kontrahierter Muskulatur gegen die Reiterhand wehren.

Westernreiten und natürliche Schiefe
Gerade bei Westernpferden verleitet (leider!) die schon früh ausgeprägte Muskulatur Pferde früh ins Training zu nehmen. Dabei wird oftmals übersehen, dass hierbei aber die eigentliche Haltekraft noch stark begrenzt ist und daher ein Großteil der trainingsbedingten Belastungen auf den Knochen und Gelenken liegt, anstatt von Muskeln und Sehnen getragen zu werden. Gerade hier verstärkt eine schlechte Gymnastizierung und der Aspekt des Geraderichtens in der Grundausbildung diese Belastung. Dies kann dann in späteren Jahren zu Beschwerden im Bewegungsapparat wie z.B. Spat und Sehnenverletzungen führen.

Positive Nebenwirkungen 
Neben dem Geraderichten bewirkt eine pferdegerechte Gymnastizierung auch eine verbesserte Durchblutung. Dies regt den Stoffwechsel an, wirkt entspannend und manchmal sogar schmerzlindernd und löst Verklebungen im Gelenk-und Sehnenbereich. Wie auch in der Humanmedizin kann eine solche Gymnastizierung die Rekonvaleszenz deutlich verkürzen.

Viel Spaß beim Training Euer Tom

Langsam herunterfahren – Trockenreiten im Winter

Trockenreiten ist gerade im Winter ein oft sehr schwieriges Unterfangen und wird oft nach einigen Minuten erfolglos aufgegeben… das bedeutet meist: Decke drauf – der Gaul wird eh nicht trocken! Aber ist es wirklich nur die Feuchtigkeit im Fell die diese Phase nach dem Training bestimmt?

Für die viele steht der Trainingseffekt des einzelnen Manövers im Vordergrund. Hat das Pferd toll gedreht und toll gestoppt, war der Jog schön weich und die Wechsel sauber kann man aufhören. Dies ist für den „Lerneffekt“ des Manövers sicher richtig, für die Muskulatur steckt aber einiges mehr dahinter und vor allem fängt hier der Trainingseffekt und die Leistungsverbesserung erst nach dem eigentlichen Training an! Während der Belastung wird der Nährstoffspeicher geleert, Stoffwechselmetaboliten werden angesammelt (erhöhte Laktatwerte) und der Körper geht stellenweise ein Sauerstoffschuld ein. In dieser Phase wird auch die Muskulatur stärker durchblutet um eben vermehrt Sauerstoff zuzuführen. Bereits nach der Belastungsphase versucht der Körper bereits die o.g. Metaboliten abzubauen und die fehlenden Nährstoffe wieder einzugliedern. Im Mikrobereich geschädigte Zellen werden ersetzt und der Körper versucht sich auf die geforderte Belastung einzustellen und für das nächste Training mit vermehrter Enzymaufnahme anzupassen. Darauf basiert der Muskelzuwachs von Pferden wie auch bei Bodybuildern im Humanbereich! In dieser Regenerationsphase ist aber auch Durchblutung des Muskelgewebes wichtig, da sonst o.g. Prozesse nicht stattfinden können.

Was bedeutet das in der Praxis.
Nach dem eigentlichen Training sollte das Pferd am langen Zügel zunächst noch etwas getrabt (nach Galopparbeit) und danach im Schritt geritten werden. In dieser Phase sind keine Übungen mehr vorgesehen, da die Muskulatur sich entspannen soll und nicht wieder und wieder kontrahiert werden. In dieser Dehnungsphase solle man die Atmung kontrollieren. Bei sehr großer Kälte ist bei nassen Pferden eine Decke auf der Gruppe hilfreich dort die Wärme zu halten um gerade hier in diesem empfindlichen Bereich die Muskulatur nicht zu schnell herunter zu kühlen. Natürlich ist gerade im Winter auch ein allzu langes „Trockenreiten“ ev. kontraproduktiv, da das Winterfell neben der Regulierung der Kälte von außen auch keinen normalen Abtransport der überschüssigen Körperwärme zulässt. Nachschwitzen ist hier dann die Folge. Also beobachtet Eure Pferde und fahrt Euer Training langsam herunter um dem Metabolismus Eures Partners gerecht zu werden. Auch eine gut funktionierende Abschwitzdecke gehört zum Pflichtprogramm – Feuchtigkeit abtransportieren, Wärme erhalten bzw. langsam auf „Normaltemperatur“ bringen ist damit gewährleistet.

Freispringen

Jeden Tag dasselbe?

Gerade im Winter gibt es nichts Schlimmeres für
Reiter UND Pferd, jeden Tag die gleiche Arbeit in
der Halle zu verrichten.

Da ist nun der Einfallsreichtum des Reiters gefragt…

Nicht nur als schöne Abwechslung zum Reiten
oder Longieren, sonder auch zur Gymnastizierung
des Pferdes, dient das Freispringen.

Ob Springpferde, Dressur- oder Freizeitpferden, Freispringen bietet die Möglichkeit Kopf und Geist des Pferdes zu trainieren, ebenso lernen die Pferde Sprünge selber zu taxieren und hinzuschauen.

Für junge Pferde ermöglicht das Freispringen schon einmal ohne Sattel und Reiter Kontakt mit dem Stangenwald aufzunehmen, es bereitet den Körper des Pferdes, die Sehnen und Knochen auf kommende Belastungen vor.

Auch ältere Pferde lieben häufig das Freispringen als Alternative zum normalen Training in der Halle und schon mancher Reiter war überrascht, wie viel Motivation sein Pferd hierbei an den Tag legt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Freispring-Reihe aufzubauen, je nach Ausbildungsstand des Pferdes, aber auch nach Temperament und zur Verbesserung der Koordination können die Sprünge variieren (In-Out, Steilsprung, Oxer) wobei man immer sowohl die Fähigkeiten des Pferdes im Augen behalten sollte, als auch den Zweck, den die Übung nach Möglichkeit erfüllen soll.

Grade für junge und unerfahrene Pferde sollte eine Gasse gebaut werden, durch die die Pferde geschickt werden. Ein Ausbrechen zwischen den einzelnen Hindernissen wird somit weitestgehend vermieden. Die Gasse sollte am besten mit breiten Fängen oder mit Stangen abgegrenzt werden, die bei einem Durchlaufen des Pferdes nachgeben und bei einer Verweigerung auch jederzeit geöffnet werden können, um das Pferd herauszuführen.

Die Sprünge werden an der langen Seite der Reithalle aufgebaut, im besten Fall sind Bandenhalterungen vorhanden, andernfalls kann man zur Bande hin Fangständer stellen, damit verhindert werden kann, dass das Pferd versucht zwischen Ständer und Bande zu springen.

Als grobe Richtlinie kann man die folgenden Abmessungen zwischen den einzelnen Sprüngen nehmen:

In-Out:                       3,00 m –   3,50 m
1 Galoppsprung:       6,80 m –   7,50 m
2 Galoppsprünge:   10,50 m – 11,00 m

Ein absolutes Muss beim Freispringen ist ein gut vorbereitetes Pferd. Kein Pferd sollte einen sogenannten Kaltstart machen, da hierbei Sehnen und Bänder großen Schaden nehmen können. Vor dem Freispringen heißt es also das Pferd gut aufzuwärmen, entweder durch abreiten oder -longieren.

Grundsätzlich sollten mindestens zwei Personen in der Bahn sein, wobei einer zu Beginn der Gasse steht und dafür sorgt, dass das Pferd richtig an den ersten Sprung heran geht, und einer am hinteren Sprung, um evtl. unterstützend einwirken zu können.
Unter Umständen ist es sinnvoll, grade bei heftigen Pferden, diese an den ersten Sprung anzuführen, dadurch gehen die Pferde ruhiger und meistens mit mehr Übersicht an die Sprungfolge heran.

Im Vordergrund sollte immer die Sicherheit und die Gesundheit des Pferdes stehen, weshalb ggf. auch die Abmessungen zwischen den Sprüngen verändert werden sollten, sofern man bemerkt, dass das Pferd nicht passend zum Sprung kommt.
Lieber einmal zuviel die Sprünge verändern, als das man eine Verletzung des Pferdes in Kauf nimmt.

Ausrüstung des Pferdes:
- Gamaschen für die Vorderbeine
- Streichkappen für die Hinterbeine
- Springglocken
- ggf. Halfter / Trense (je nach Pferd)

Ausrüstung der beteiligten Personen :
- Peitsche
- ggf. Handschuhe

Anregungen und Beispiele für verschiedene Freispring-Reihe findet man im Internet, wobei man auch beachten sollte, dass die Abmessungen immer grobe Richtlinien sind und evtl. entsprechend dem jeweiligen Pferd angepasst werden müssen.
Selbstverständlich sollte auch sein, dass eine erfahrene Person, sowohl beim Aufbau, als auch beim eigentlichen Freispringen dabei sein sollte.

Teilweise entwickelt sich ein Freispring Termin sogar zu einer Art „Stall-Event“, bei dem viele Leute, auch wenn sie nicht selber mitmachen, zum zuschauen kommen.
Und wenn es dann noch Kuchen und heißen Kakao (oder Glühwein) gibt, ist ein kalter Wintertag in der Reithalle nur noch halb so schlimm….

 

Zirkuslektionen – mehr als nur ein bisschen Show

Teil III – Kompliment und Knien

Das Kompliment wird gerne als DIE Grundlektion bezeichnet. Es ist Grundlage für alle Lektionen, die nach unten gehen und bevor diese nicht problemlos sitzen, sollte man über Lektionen über dem Boden gar nicht nachdenken um unnötige Probleme zu vermeiden. Sprich egal was ist: Am Kompliment kommt man einfach nicht vorbei!

Für viele Pferde ist das Kompliment ein ziemlicher Knackpunkt. Zum ersten Mal wird das Vertrauen zwischen Pferd und Ausbilder im Bereich Zirkuslektionen auf die Probe gestellt. Zum ersten Mal soll sich das Pferd in eine Position begeben, aus der es nicht sofort fluchtbereit ist. Es muss sich anvertrauen. Für ein Fluchttier ist das gar nicht so einfach. Je besser wir uns und das Pferd also vorbereitet haben, je besser wir alle Voraussetzungen erfüllen, desto einfacher wird es an diesem Punkt werden.

Beim Kompliment verbeugt sich das Pferd.Anders als beim Blie wird jedoch nur ein Vorderbein durchgestreckt, das zweite Bein wird angewinkelt abgelegt. Der Rücken ist im Idealfall gut aufgewölbt und der Kopf wird vorne tief getragen um das Aufwölben des Rückens zu unterstützen und das Gleichgewicht besser halten zu können. Der am häufigsten auftretende Fehler ist das Runterfüttern mit Kopf zwischen den Beinen. So macht das Pferd schnell einen ungesunden Kopfstand und schön aussehen tut es auch nicht. Daher: Kopf vor! Es empfiehlt sich den Kopf eher seitlich neben die Schulter zu dirigieren, auf deren Seite das Pferd das Bein anwinkelt. Das erleichtert ihm den Bewegungsablauf und eine korrekte Ausführung

Die Hinterhand sollte die Last tragen und dafür gut unter dem Schwerpunkt stehen. Das Gewicht wird im Bewegungsablauf nach hinten verlagert ohne dabei einen Ausfallschritt zu machen. Eben so, wie das Pferd es im Idealfall beim Plie bereits gelernt hat.
Um es sich und dem Pferd zu erleichtern, kann man zunächst damit beginnen dem Pferd beizubringen auf Touchieren hin das Bein zu heben und so lange oben zu halten wie die Gerte anliegt. Eine andere Möglichkeit ist das Runterführen des angewinkelten Beines mit der Hand. Bei Pferden, die Zügelhilfen bereits kennen, hat es sich zum Teil als vorteilhaft erwiesen über die Zügel einen Impuls nach hinten zu geben und sie so zu animieren das Gewicht zu verlagern.

Für die ersten Versuche in Richtung Boden, greift der ein oder andere Ausbilder gern zur Beinlonge. Dies sollte aber nur nach vorheriger Erläuterung durch einen Profi erfolgen. Eine Beinlonge sollte nie benutzt werden, wenn man im Umgang damit nicht geschult wurde. Ansonsten Finger weg!

Beliebte und günstige Touchierpunkte sind die Vorderbeine oder auch die Schulter.

Das Knien

Bei Knien winkelt das Pferd im Gegensatz zum Kompliment nicht nur eins sondern beide Vorderbeine an. Diese Lektion baut daher auf dem Kompliment auf und ist ein wichtiger Schritt hin zum Ablegen des Pferdes.
Bevor man ans Knien geht, sollte das Pferd das Kompliment beidseitig sicher und gut nur auf Touchieren und Stimmkommando hin beherrschen. Dann ist es oft schnell erlernt.
Man fordert zunächst das Kompliment, gibt dann am ausgestreckten Bein ebenfalls die Touchierhilfe fürs Kompliment und wenn dieses entsprechend sitzt, die Vorarbeit also gut gemacht wurde, wird das Pferd das Bein anziehen und abwinkeln. In der Praxis ist das oft schwerer als es sich theoretisch anhört, was oft aber auch daran liegt, dass es an der Vorarbeit hapert. Bei den ersten Versuchen empfiehlt es sich unter Umständen zusätzlich zur Gertenhilfe Hand anzulegen und den Bewegungsvorgang entsprechend zu unterstützen.

Auch beim Knien sollte möglichst viel Gewicht durch die Hinterhand getragen werden, damit die aufgestützten Kapalgelenke entlastet werden.

Pferderassen: Der Westfale

Als zweitgrößter Warmblutzuchtverband, hinter dem Hannoveraner Verband, ist der Verband westfälischer Warmblutzüchter (Westfälisches Pferdestammbuch e.V.) mit Sitz in Münster-Handorf ansässig. Über 9.000 Mitglieder führt der Verband und unterstützt mit seiner Arbeit die Züchter der westfälischen Pferderasse.

Der Westfale ist im Laufe seiner Zuchtgeschichte stark durch den Hannoveraner beeinflusst worden, wobei er häufig etwas kräftiger gebaut ist als dieser, da in der Westfalenzucht weniger Vollblüter eingekreuzt werden als beim Hannoveraner.
Hauptsächlich wird der Westfale als Sport- und Freizeitpferd gezüchtet und entspricht somit dem heutigen Sportpferdetyps.
1826 wurde als Zentrum der Westfalenzucht, das Landgestüt Warendorf gegründet, wobei bis zum Ende des 2. Weltkriegs das Hauptaugenmerk auf die Zucht von Pferden gelegt wurde, die für die Feldarbeit und als Kutschpferd eingesetzt wurden.
Erst in den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten entwickelte sich durch die vermehrte Einkreuzung von anderen Warmblutrassen, wie dem Hannoveraner, Holsteiner oder Trakehner ein Reit- und Sportpferd.
Mittlerweile sind um die 250 Zuchthengste und über 8.000 Stuten im Verband registriert.
Mit einem Stockmaß von 165 – 175 cm bietet der Westfale eine komfortable Größe.
Hauptsächlich kommen Braune, aber auch Füchse vor, eher selten findet man Rappen oder Schimmel unter den Westfalen.
Den Westfalen zeichnen unter anderem die Lernbereitschaft und die Zuverlässigkeit aus, wobei er sich mit seinem recht ruhigen Wesen hervorragend auch als Freizeitpferd eignet.

1984 gewann der erste Westfale olympisches Gold. Ahlerich, der damals 13-jährige Wallach gewann mit Reiner Klimke in Los Angeles die Goldmedaille im Dressurreiten.
Ein ebenfalls sehr erfolgreicher Westfale war der braune Wallach Rembrandt von Nicole Uphoff, auch er konnte 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona eine Goldmedaille sowohl in der Einzel- als auch in der Mannschaftswertung gewinnen. In diesem Jahr konnte Damon Hill NRW mit Helen Langehanenberg die Mannschafts-Silbermedaillen in London gewinnen.

Als einer der erfolgreichsten Vererber der Westfalen ist sicherlich Pilot, mit rund 70 gekörten Söhnen, zu erwähnen. Pilot ging bereits mit 16 Jahren als „jüngster Gewinnsummen-Millionär“ in die Geschichte ein. Seine Nachkommen konnten zu dem Zeitpunkt bereits über 1. Mio. DM gewinnen und hat viele bekannte Nachkommen in den Springsport gebracht, u.a. Priamos, Pirol oder Pialotta.

Pferdedecke oder nicht Pferdedecke… das ist hier die Frage

Nun ist es bald wieder soweit, gerade dachten wir noch, es wird vielleicht doch noch Sommer, steht sie uns auch schon wieder bevor, die PFERDEDECKENSAISON.

PferdedeckeOb man sein Pferd eindeckt hängt von mehreren Faktoren ab, sicherlich auch davon, was man mit dem Pferd macht.

Bei robust gehaltenen Pferden, die in den Wintermonaten nicht übermäßig geritten werden und somit auch nicht viel Schwitzen, ist es nicht notwendig, diese im Winter einzudecken, da die meisten Pferde eine sehr dichtes und dickes Winterfell bekommen, was vor Kälte und Nässe schützt.
Nachteil von nicht eingedeckten Pferden, die weiterhin voll im Training sind ist, dass diese häufig schon nach kurzer Zeit anfangen zu schwitzen und auch sehr doll nach schwitzen. Oftmals verbringen die Reiter solcher Pferde die meiste Zeit mit Trockenreiten und warten hinterher im Stall noch ca. 2 Stunden, bis das Pferd unter der Abschwitzdecke wieder trocken wird.
Für Reiter, die auch in den Wintermonaten mit ihrem Pferd regelmäßig trainieren wollen, stellt sich jedoch die Frage, ob man sein Pferd entweder rechtzeitig eindeckt und somit das Winterfell im Zaum halten kann, oder aber ob das Pferd sogar geschoren werden soll, denn dann ist es unabdingbar, eine Decke zu verwenden.

Sofern das Pferd geschoren wird, muss es auch eingedeckt werden, da ansonsten kein Kälteschutz besteht.

Pferdedecken gibt es in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Varianten.
Die Stalldecke ist eine Decke, die nur im Stall verwendet wird, da sie nicht wasserabweisend / -dicht ist und auch meistens keine hohe Denierzahl hat (je größer die Denierzahl (beschreibt die Dicke des verarbeiteten Garns), desto stärker / fester ist das Material aus dem die Decke hergestellt wurde).

Sogenannte Paddock- oder Outdoordecken sind in der Regel zumindest wasserabweisend oder sogar  wasserdicht und haben auch häufig eine hohe Denierzahl.
Wenn mehrere Pferde zusammen auf dem Auslauf stehen, sollte man besser auf ein robustes und nach Möglichkeit reiß festes Material schauen, aus dem die Decke hergestellt ist, damit sie auch bei kleinen Raufereien nicht sofort kaputt geht.

Die Dicke der Füllung reicht von 100g Wattierungen bis zu 500g Füllungen, die hauptsächlich für geschorene Pferde Verwendung findet.

 

 

 

 

 

Warum Reitunterricht wichtig ist

Warum_Reitunterricht_wichtig_istEin Pferd kostet Geld – das ist unbestritten! Zusätzlich noch Geld in Reitunterricht investieren? Nicht alle Reiter können es, aber würden es gerne tun. Die, die es können, wollen nicht.
Warum es sich durchaus lohnt  und Vorteile deutlich überwiegen – wenn für manche vielleicht auch erst auf den zweiten Blick.

Gute Reitlehrer sind selten und guter Unterricht ist teuer?!

Weit verbreitet sind sie, die Gerüchte! „Gute Reitlehrer sind selten“.oder „Guter Unterricht ist teuer“ – jeder hat solche Sätze schon mal zu Ohren bekommen.

Hier macht es natürlich einen großen Unterschied, ob man ausschließlich bei Landestrainern trainieren will – die sind rar und haben ihren Preis, der – durch guten Unterricht – oftmals legitim und durchaus berechtigt ist. Nicht alle Reitlehrer müssen Landestrainer sein, um guten Unterricht geben zu können. Für viele ist es ein lukrativer Nebenverdienst. Sie geben Reitunterricht zu einem „vernünftigen“ Preis und freuen sich, wenn sie Pferd und Reiter durch ihre Erfahrungen helfen können. Solche Reitlehrer wollen natürlich erst einmal gefunden werden, aber es gibt sie tatsächlich noch! Wer suchet, der findet!
Hier muss jeder Reiter für sich klären, was seine Ansprüche sind und – falls er nicht fündig wird — gegebenenfalls eine Komponente ändern.

Reitunterricht ist Teamarbeit

Hat man einen (vermeintlich) geeigneten Reitlehrer gefunden, der sich mit den Ansprüchen deckt, kann es zur Probestunde gehen:
Allem voran steht die Bereitschaft, zusammenzuarbeiten zu wollen. Hierbei sollte keinesfalls auf ein klärendes Einführungsgespräch verzichtet werden – es lässt schnell erkennen, ob Reitlehrer und sein potentieller Schüler auf gleicher Wellenlänge schwimmen: Vielleicht haben beide andere Vorstellungen, andere Ziele? Hier müssen sich beide Parteien einig sein – es muss eine gemeinsame Richtung ausgearbeitet werden, in die es künftig gehen soll.

An dieser Stelle sei angemerkt: Pferd und Reiter müssen sich wohlfühlen und es sollte immer zum Wohle des Pferdes gehandelt werden.

Reitunterricht ist vor allem pädagogisch unterstützend

Man muss sich vor Augen halten, dass der Reitlehrer es nicht besser machen will, das ist eigentlich auch nicht seine Aufgabe. Vielmehr möchte er Pferd und Reiter ein Stück auf ihrem Weg begleiten. Gemeinsam freuen sich er und sein Schüler über Fortschritte, gemeinsam werden Tiefen durchstanden und bewältigt.

Anweisungen – die immer in ruhigem Ton gegeben werden sollten – dürfen vom Reitschüler nicht als Kritik, sondern sollten als Tipps oder Hilfestellung aufgefasst werden, um erfolgreich zusammenarbeiten zu können. Fühlt sich der Reiter kritisiert, blockt alles an ihm ab, er verschließt sich. Das Pferd tut es ihm gleich (Pferde sind für Stimmungen der Menschen sehr empfänglich) und der Erfolg lässt lange auf sich warten. Um ein solches Szenario zu vermeiden, sollte bei der Wahl des Reitlehrers und der Unterrichtsform viel Wert auf Sympathie gelegt werden.

Gute Reitlehrer merken, wann sie unterstützen können. Gute Reitlehrer kennen ihre Reitschüler genau: Sie  ermutigen, wenn es die Situation erfordert, sie zeigen kleinste Fehler auf, vor allem aber loben sie, wenn es notwendig und richtig ist. Lob erhält den Spaß an der Arbeit.

Reiter und Reitlehrer mit dem Pferd im Trialog

Nur der Reiter spürt, was sein Pferd genau jetzt in diesem Moment braucht. Der Reitlehrer sieht, wie das Pferd unter dem Reiter geht, wie es sich bewegt und was es brauchen könnte (!). Ihm kommt primär die Aufgabe zu, den Reiter zu unterstützen.

Der Reitlehrer erkennt plötzlich andere Probleme oder Probleme, die vorher gar nicht existierten, da sie für den Reiter nicht vorhanden waren – er hat sie einfach nicht gesehen.
Hier können mit Hilfe des Reitlehrers neue Lösungsansätze gefunden werden. Reitlehrer haben oftmals mehr Erfahrungen, mit denen sie helfen können, Probleme bei Pferd, Reiter oder bei beiden zu lösen.

Betont werden sollten neben „Schwächen“ des Pferd-Reiter-Paares immer auch Stärken, auf die aufgebaut werden kann. Der Reitlehrer hat oftmals einen objektiven Blick auf Pferd und Reiter und sieht in beiden Stärken, über die sich letztere gar nicht bewusst waren. Das schafft neues Selbstvertrauen.

Deshalb ist der regelmäßige Austausch zwischen Reiter und Reitlehrer um, über und mit dem Pferd so wichtig. Die gemeinsame Arbeit ist meist für alle Beteiligten – Reiter, Pferd und Reitlehrer — sehr bereichernd, neue Erfahrungen können gemacht und Beziehungen zwischen Mensch-Mensch und Mensch-Pferd aufgebaut beziehungsweise vertieft werden.

, welcher Ansprüche deckt, Spaß macht und reiterlich sowie persönlich weiterbringt – gut investiertes Geld für eine schönere, harmonische Zukunft mit dem Partner Pferd!

 

25. Internationale Oldenburger Pferdetage – Vorbericht

Int. Oldenburger PferdetageIn der Zeit vom 08. – 11. November finden auch in diesem Jahr wieder die internationalen Oldenburger Pferdetage statt.

Die Oldenburger Weser-Ems Halle wird dann wieder Mittelpunkt der nationalen und internationalen Reiter und Pferde sein. Zum Jubiläum haben sich bisher wieder viele hochkarätige Reiter mit ihren Pferden angemeldet, so wird beispielsweise Sandra Auffahrt
(Einzel Bronzemedaillen Gewinnerin und Mannschaft Gold) in einigen Springprüfungen an den Start gehen.  Quelle: escon-marketing

Weitere Zusagen für die Springen gaben bisher Janne-Friederike Meyer, Rolf Göran Bengtsson. (Führender der Weltrangliste)

Im Dressur-Viereck, wo u.a. die MEGGLE-CHAMPIONS  Dressurserie statt finden wird, wird neben Kristina Sprehe auch Dorothee Schneider (Mannschafts Silbermedaillen Gewinnerinnen der Olympischen Spiele 2012) an den Start gehen.

Monica Theodorescu wird in Oldenburg ihr Debüt als neue Bundestrainerin des Dressur-Kaders geben. Vor Kurzem übernahm sie das Amt von Jonny Hilberath und freut sich sehr, daß in diesem Jahr laut Veranstalter die Dressur weiter in den Mittelpunkt gerückt wird.

Auch für die regionalen Nachwuchsreiter gibt es natürlich diverse Prüfungen.
So wird es wieder die finale Austragung des „Schulwettbewerbes“ am Donnerstagvormittag geben.

Der Schulwettbewerb findet bereits zum 23. Mal im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Schule und Reitverein durch den Pferdesport Verband Weser-Ems in Kooperation mit der Landesschulbehörde statt.

Hierbei können Gruppen von Schulen aus dem gesamten Weser-Ems Gebiet mitmachen und bei Qualifikationsturnieren in verschiedenen Prüfungen, wie Punktespringen, Ponyspielen oder Kürdressur ihr Können unter Beweis stellen und sich für die Finalprüfung in Oldenburg qualifizieren.

Als internationale Veranstaltung wird bei den Oldenburger Pferdetagen der Bogen zwischen regionalen Höhepunkten und internationalem Spitzensport gespannt und wirkt als Publikumsmagnet, auch überregional.

Von den Klassen A bis S im Springen und der Dressur wird alles geboten und am Samstagabend mit einem Galaabend abgerundet.
Geplant ist für die Abendveranstaltung zum Beispiel Video-Sequenzen der Highlights der Olympischen Spiele in London 2012 einzuspielen, und somit einen Hauch des olympischen Flairs nach Oldenburg zu bringen.

Am Sonntagnachmittag wird dann der Große Preis von Oldenburg – eine Springprüfung der Klasse S mit Stechen -  die Veranstaltung beenden.

Natürlich werden neben dem Sport auch wieder viele Aussteller ihre Waren präsentieren.

In direkter Nähe zum Abreiteplatz kann man die Neuigkeiten der Reitsportwelt erkunden, oder beim Essen und Trinken den Reitern bei der Vorbereitung zuschauen.