Reiten – ein “Geldsport”?

Es fällt immer mehr auf: Auf den Turnierplätzen tummeln sich elastische Dressur- und mit Leichtigkeit fliegende Springpferde. Das Pferdematerial wird auch unter den Freizeit-Turnierreitern immer besser – häufig sind die ersten Plätze von eben diesen belegt.
Was aber, wenn das Geld für das mehrere Zehntausend-Euro-Pferd fehlt? Wenn es “nur” für ein durchschnittliches, solides Sportpferd reicht? Sich vom Turniersport-Traum verabschieden? Keinesfalls.

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Auf den ersten Blick mag es vielleicht so sein, dass die “Hingucker” weit vorne liegen und anderen den Rang ablaufen. Wer aber genauer hinsieht, wird feststellen, dass auch die “normalen” Pferde durchaus Chancen auf Schleifen haben. Auch ein Strahlepferd ist kein Freifahrtsschein und will korrekt geritten sein. Denn oft bewegen sich die ausdrucksstarken Pferde auf dem schmalen Grad zwischen “Genie und Wahnsinn” – manchmal versagt das Nervenkostüm, die Hilfen werden so sensibel angenommen, dass es zu Fehlern bei unbeabsichtigter Hilfengebung kommt oder es gibt gar beim Einritt schon Probleme.
Wer also mit dem Gedanken spielt, sich ein Turnierpferd im unteren Preissegment zu kaufen, sollte ein paar kleine Dinge beachten, die aber möglicherweise später in der Prüfung den entscheidenden Vorteil bringen können – auch gegen vermeintlich hohe Konkurrenz:
Das Pferd sollte ehrlich und lieb sein und, wie man immer so schön sagt, das Herz am richtigen Fleck haben! Klingt zuerst nach einem Kinderpferd? Mag sein. Aber ein Pferd, das möglicherweise in der Dressur nicht die ausdrucksstärksten Gangarten hat, dafür aber an keiner Ecke, keinem Blumenkasten oder Richterhäuschen auch nur mit der Wimper zuckt und punktgenau sowie korrekt (!) die Lektionen geritten wird, bringt schon mal einen guten Vorteil mit sich.
Ebenso das Springpferd, das mit Herz jeden Oxer anvisiert, egal, wie farbenfroh oder unterbaut – gerade in den kleineren Klassen, wo der Reiter möglicherweise noch nicht die Routine mitbringt, um das Pferd souverän durch einen Parcours zu begleiten, sind solche Pferde gold wert.
Sicherlich gilt es, in allen Disziplinen für die höheren Klassen ein Pferd zu haben, das das Potenzial für die Lektionen und Höhen mit sich bringt. Aber bis es soweit ist, vergeht oft eine häufig unterschätze Zeit in der ein Freizeit-Turnierreiter gut damit beraten ist, sich erstmal auf einem Verlasspferd die Turnierwelt anzusehen, um den Spaß daran zu entwickeln.
Und wer kennt es nicht – ob Kracher- oder Durchschnittspferd: Viel Fleiß, Motivation und Umgang mit Niederlagen gehören so oder so dazu, um langfristig im Turniersport am Ball bleiben zu können.

Reiturlaub im Sommer – Wie wäre es denn mit Österreich?

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Diesen Satz würden sicher sehr viele Menschen unterschreiben. Gekrönt wird der Spaß auf dem Pferderücken nur noch dadurch, dass man dabei auch noch eine neue und wunderschöne Umgebung erkunden kann. Kein Wunder, das Reiturlaube immer beliebter werden. Eine tolle Adresse dafür ist Österreich. Unser Nachbarland hat sich auf diese Form des Urlaubs spezialisiert. Und die wunderschöne Natur des Alpenstaates bietet sich geradezu an, um sie aus dem Sattel aus zu erkunden.

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Reiturlaub – nicht nur für Mädchen das Größte

Wer möchte, dass sein Kind sich schon das ganze Jahr auf den nächsten Urlaub freut, der hat mit Sicherheit einen Reiturlaub gebucht. Nicht nur Mädchen sind in der Regel große Pferdenarren. Auch immer mehr Jungen entdecken, wie viel Spaß es macht, auf dem Rücken eines Ponys die Wälder zu durchstreifen. Und dabei lernen die Kinder ganz nebenbei noch sehr viel mehr, als sich bloß auf dem Pferderücken zu halten. Sie lernen unter anderem auch, Verantwortung zu übernehmen, nämlich für das Tier, dass sie da so geduldig durch die Gegend trägt. In vielen Hotels mit der Möglichkeit Reitferien zu verbringen, bekommen die Kinder nicht einfach ein gesatteltes Pony vor die Nase gesetzt, sondern müssen das Putzen und hinterher auch das Versorgen der Tiere übernehmen – für Kinder ein ganz wichtiger Aspekt. Außerdem ist Reiten gesund. Die gesamte Körpermotorik wird dabei trainiert. Um sich im Sattel zu halten, braucht man viel Koordinationsfähigkeit, Oberkörper und Beine müssen sich den Bewegungen des Pferdes anpassen. Die Haltung wird verbessert, wenn die Kinder lernen, sich gerade auf dem Rücken des Tieres auszubalancieren. Wer schief sitzt, rutscht herunter – das lernen die Kinder ganz schnell. Und vor allem: Die Kleinen sind viel und sogar gerne an der frischen Luft. Auch die größten Stubenhocker bekommt man mit der Aussicht auf einen flotten Ausritt schnell ins Freie. Spezielle Hotels machen hier gute Angebote für Reitferien für Kinder, so zum Beispiel das Bauernhofhotel Moar-Gut im schönen Großarltal in Österreich. Mehr Informationen zum Reiten am Moar-Gut gibt es hier.

 

Lang ersehnten Traum erfüllen

Doch nicht nur für Kinder ist Reiturlaub einfach großartig. Auch viele Erwachsene können sich so einen lang gehegten Traum erfüllen. Wer in der Kindheit und Jugend nicht das Geld hatte, um sich Reitstunden zu leisten, kann das bei einem Reiturlaub nachholen. Wer blutiger Anfänger wird, erlernt an der Longe zunächst das Einmaleins des Reitens. Im Urlaub und in Gruppen mit Gleichaltrigen macht das richtig viel Spaß. Fortgeschrittene können dann spannende Ausritte, oft auch mehrtägige Touren, durch die bezaubernde Natur Österreichs erleben. Ein Urlaub, den man sicher nicht so schnell vergisst!

REITTV-Web-Star Harriet: “Mein Tag auf dem CHIO Aachen!”

Blog_CHIO_1Am Samstag ging es für Anja und mich auf den CHIO Aachen als Reporterinnen für REITTV. Der Tag begann für uns schon relativ früh um 08.00 Uhr trafen wir uns am Haupteingang und dann ging es auch schon relativ schnell los. Als erstes war Anja an der Reihe und zeigte ein paar Eindrücke von der wirklich beeindruckenden Geländestrecke. Ich war echt überrascht, wie massiv die Hindernisse aussehen, wenn man direkt daneben steht und auch davon, wie schnell die Vielseitigkeitsreiter und -reiterinnen über die Strecke galoppieren. Im Fernsehen sieht es zwar schnell aus, aber nicht so schnell, wie es in Wirklichkeit ist.

Nachdem Anja durch war und wir sogar einen kurzen Blick auf Ingrid Klimkes Ritt werfen konnten, ging es zurück ins Hauptstadion, wo ich dann mit meiner Reportage an der Reihe war und mit euch eine Tour über das restliche Gelände vom CHIO Aachen gemacht habe. Wir waren im CHIO-Village, konnten Sättel ausprobieren und haben interessante, ausgefallene neue Muster auf Reithosen gesehen. Im Hauptstadion habe ich mich dann natürlich viel mehr zu Hause gefühlt und konnte meinen Idolen bei dem Finale der Youngster zugucken und mitfiebern. Besonders faszinierend war der Abreiteplatz, wo ich die Möglichkeit hatte, einen Einblick über die Aufwärmphase der Profis zu bekommen.

Danach ging es auch gleich weiter ins Dressurstadion, wo eine U25 Kür gerade anfing. Ich war mehr als fasziniert von dem Geschick dieser zum Teil erst 16 Jährigen Reiter, die bereits auf Grand Prix Niveau unterwegs sind. Das Deutsche Bank Stadion ist wunderschön geworden, die große Zuschauerbrücke lässt das ganze Stadion noch schöner aussehen und die gerade Linien schaffen ein wirklich tolles und ruhiges Bild. Dadurch, dass die Architektur zwar beeindruckend ist, aber einen durch schlichte Formen nicht erschlägt, bietet sie die perfekte Bühne für die Profireiter, da ihnen nichts die Schau stiehlt, sie gleichermaßen aber von der tollen Kullisse profitieren.

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Es war so unglaublich heiß, dass wir uns unter einen Traktor gelegt haben, da es dort am kühlsten war. Zwischendurch haben wir noch kurz REITTV-Web-Star Jenny getroffen und mit ihr ein paar Fotos gemacht und auch kurz gefilmt.

Als wir dann gehen wollten, hat REITTV mich noch mit einer Überraschung völlig sprachlos gemacht: Da ich durch meinen Blog mehr mit Fotos zu tun habe und weniger mit Videos, durfte ich Holger Schupp bei der Arbeit über die Schulter gucken, ihm Fragen stellen, mir von ihm erklären lassen, wie genau „das perfekte Bild“ zustande kommt und mich einfach mit ihm ein wenig unterhalten. Ich habe mich wirklich riesig gefreut, denn so eine Chance bekommt man so selten und ich konnte wirklich richtig viel mitnehmen.

Alles in Einem war es ein super Tag, mit wahnsinnig vielen Eindrücken und Impressionen. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt: die Welt zu Gast in Aachen.

Eure Web-Star-Bloggerin Harriet

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Der CHIO Aachen

CHIO_blogDer CHIO in Aachen, welcher in diesem Jahr vom 11. bis 20. Juli 2014 stattfindet, ist sicherlich eines der bekanntesten internationalen Turniere im Pferdesport, Aachen wird oft sogar als die Hauptstadt der Pferdewelt, Wimbledon des Reitsports oder Mekka des Reitsports bezeichnet. CHIO steht für Concours Hippique International Officiel und die FEI hat festgelegt, dass jedes Land nur einen CHIO austragen darf, demnach ist der CHIO Aachen einmalig in Deutschland. 1898 wurde der Aachen-Laurensberger Rennverein e. V. gegründet, welcher der Veranstalter vom CHIO im Reiterstadion im Sportpark Soers ist.

Die Disziplinen sind vielfältig und bieten den rund 360.200 Besuchern (Stand 2013) die Möglichkeit, Spitzensport im Springen, Dressur, Voltigieren, Vierspänner und nicht zuletzt die Vielseitigkeit zu beobachten. Während der Springprüfungen halten alle den Atem an, sodass nur noch die galoppierenden Hufe zu hören sind. Gelingt der Parcours fehlerfrei flammt sofort ein tosender Applaus auf, bei einer fallenden Stange geht ein lautes Aufstöhnen durch die Reihen. Nirgends sind Emotionen und Leidenschaft so spürbar, wie in Aachen.

Die rund 1200 ehrenamtlichen Mitarbeiter, die während der Turnierwoche ihr Bestes geben und der vier Generalsponsoren Mercedes Benz, DHL, Rolex und Turkish Airlines machen ein einmaliges Event möglich, welches das einzige Turnier ist, in dessen Rahmen Nationenpreise in den bereits erwähnten Disziplinen ausgetragen werden.

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Dieses Jahr, in welchem das Partnerland des CHIOs die Schweiz ist, gehen rund 550 Pferde und 300 Reiter, Fahrer und Voltigierer aus mehr als 25 Nationen an den Start. Zu Ehren der großen Pferdenamen, die entweder den Deutsche Bank Preis, Großer Dressurpreis von Aachen, DHL-Preis oder den Rolex Grand Prix, Großer Preis von Aachen gewonnen haben, gibt es einen „Walk of Fame“, welchen man auf dem Turniergelände gleich neben dem Eingang zur Geschäftsstelle finden kann. Im jeweiligen Stern befindet sich nicht wie bei den Menschen ein Handabdruck, sondern ein Hufeisen des Pferdes, dem zu Ehren dieser Stern eingelassen wurde.

Selbstverständlich gibt es für die Besucher und Teilnehmer nicht nur großen Sport zu sehen, sondern auch einen großen Ausstellerbereich. Im CHIO-Village bieten 200 Aussteller und 230 Zelte auf 22.000 qm alles an, was das (Reiter-)Herz begehrt.

Aachen, da sind sich sicher alle einig, ist einzigartig. Oder, wie Meredith Michaels-Beerbaum es so treffend ausdrückte: „Aachen ist Aachen!“.

Dressur: Zylinder oder Reithelm?

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Zuerst kann man es als Dressurreiter nicht erwarten: in Turnierprüfungen endlich den Zylinder tragen zu dürfen.
Dieser komplettiert ein edles, elegantes Reiter-Pferd-Bild eines Teams, was bereits den höheren Anforderungen entspricht. Dem Reiter wird damit vorausgesetzt, dass er sein Pferd händeln kann und sattelfest ist. In Reitpferdeprüfungen hingegen sieht man häufiger auch Profis, die mit Reithelm einreiten – eben weil das Pferd möglicherweise noch nicht immer ganz einfach zu händeln ist.

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Was aber, wenn wie in den letzten Jahren, die Profis nicht nur ihre Jungpferde, sondern auch ihre “alten Hasen” in schweren Grand-Prix-Prüfungen mit Helm reiten? Dann entsteht eine Grundsatz-Diskussion, die möglicherweise schon längst überfällig ist – in Anbetracht der heutzutage immer wichtiger werdenden Sicherheitsfragen und -technologien und zur Freude der Reithelm-Hersteller.

Heute wirkt ein L-Reiter mit Zylinder schon fast “altmodisch”, einer mit Reithelm – hier boomt inzwischen der Markt für optisch ansprechende Dressurvarianten – hingegen eher understatement. Zwar vielleicht unharmonisch zum Frack (oder Jacket) scheint der Reiter mit Helm damit aber auszusagen: “Ich bin diesen Aufgaben gewachsen, mir ist aber dennoch bewusst, dass ich immer noch verletzlich bin – und setze deshalb auf Sicherheit statt Optik.”

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Quelle: Karl-Heinz Frieler

Hinzu zur Diskussion kommt eben auch, dass in der Dressur sehr viel Wert auf ein klassisches, farblich gedecktes Bild gelegt wird und die Ästhetik in dieser Sparte einfach eine sehr große Rolle spielt. Hier kann man nicht verneinen, dass sich ein Zylinder deutlich besser in das elegante Gesamtbild fügt – und dass die Debatte um diese Frage ihre Ursprünge möglicherweise auch in Sponsorings von Helmherstellern hat.

Letztendlich kommen Dressurreiter aber so nicht um die Frage herum, die man sich persönlich stellen und jeder Erwachsene für sich selbst (!) beantworten muss: Setze ich auf Sicherheit und diene als reiterliches Vorbild? Oder ist mir das harmonische Bild wichtiger und ich setze mich gegen diesen Trend durch?

 
Fest steht aber: So lange es noch keine Helmpflicht für die höheren Prüfungen gibt, wird dieses Thema wohl immer umstritten sein…

Sommerferien: Mit dem Pferd ans Meer in Norddeutschland

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Die Sommerferien haben begonnen! Und wer im Norden Deutschlands wohnt, sollte sich diese – doch irgendwie naheliegende – Möglichkeit als Reiter nicht entgehen lassen:        Das Pferd verladen und an einen Strand fahren.
Gestreckter Galopp, Tränen in den Augen vom Wind und der leicht salzige Geschmack auf der Zunge rufen richtige Glücksgefühle und Entspannung hervor.
Als Tages- oder Wochenend-Ausflug eignet sich St.-Peter-Ording hervorragend. Der weite Strand, die guten Hänger-Parkmöglichkeiten und die gute Autobahnverbindung machen so einen Ausflug zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Wer einen längeren Urlaub anstrebt, sollte sich über die Möglichkeiten der Nordsee-Inseln wie Sylt, Föhr oder Amrum informieren. Auch hier locken Meerluft, schöne Strände und erholsame Umgebung zu einem Entspannungsurlaub mit Vierbeinern.

Damit die Ferien zum vollen Erfolg werden, will dennoch einiges bedacht sein, wie zum Beispiel:
- Steht das Pferd ruhig auf dem Hänger? (Gegebenenfalls auch auf der Fähre?)
- Kennt der Reiter das Pferd und kann seine Reaktionen einschätzen?
- Verfügt der Reiter über nötige Ausrüstung? (Neopren-Gamaschen die nass werden     können, Helm, Schutzweste)
- ist das Pferd konditionell und gesundheitlich in der Lage, längere Ritte und Galoppstrecken durchzuhalten?

 

reiten_strand2… und noch ein paar hilfreiche Tipps:
- Pässe vor der Abreise prüfen: Sind alle Impfungen des reisenden Pferdes aktuell?
- Um nach Sylt zu kommen, lohnt es sich, die Route über Rømø (Dänemark) zu checken. Oft ist das günstiger als mit dem Zug und auch angenehmer (um über Dänemark zu fahren, wird eine amtstierärztliche Bescheinigung gebraucht). Die Fährüberfahr von dort dauert ca. 45 Minuten.
- Welcher Stall eignet sich besonders gut für das Pferd?
- Welche Pferde verstehen sich? Oft macht ein Urlaub mit mehreren Reitern und Pferden doppelt so viel Spaß!
- Vor dem Strandausritt über erlaubte Wege informieren um Missverständnisse zu vermeiden.
- Rücksicht wie das Durchparieren während eines Strandgalopps in der Nähe von Passanten und das freundliche Grüßen sollten selbstverständlich sein.
- Wie sind die Gezeiten – wann ist Ebbe und wann Flut?

Natürlich will ein solcher Ausflug wohl geplant und durchdacht sein, wenn aber alles geregelt ist und es endlich losgeht, erwarten einen ein Erlebnis und viele tolle Erfahrungen mit dem Pferd. Das schweißt zusammen und ist nicht nur Balsam für die Reiterseele, sondern auch fürs Pferd – egal ob Sportskamerad oder Freizeitpartner!

Manager im Pferdesport – Ein Studium mit Schwerpunkt “Pferd”

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Für Reiter gibt es heute immer mehr Möglichkeiten das Hobby Reiten zum Beruf zu machen. Angefangen vom Praktikum, über eine Berfusausbildung bis hin zum Studium, kann der Reiter aus vielen Ausbildungsmöglichkeiten wählen. REITTV-Web-Star Harriet berichtet euch über ihre Erfahrungen im Studiengang “Manager im Pferdesport”, den sie an der IST belegt:

Oft werde ich gefragt, was genau ich eigentlich studiere. Deswegen habe ich mir überlegt, meine beiden Studiengänge vorzustellen.

Den Anfang macht der “Manager im Pferdesport”.

 

Fakten

Bei meinem Studiengang handelt es sich um ein Fernstudium, welches wichtiges Basiswissen vermittelt, um führende Positionen in kaufmännischen Bereichen innerhalb der Pferdebranche erreichen und ausüben zu können. Beispielsweise kann man in Reitschulen, Pferdeausbildungsbetrieben, Gestüten, Eventagenturen, Tourismus und so weiter arbeiten.

Die Weiterbildung bildet die Studenten in folgenden Bereichen aus: BWL, Pferdewirtschaft, Unternehmensführung in Pferdesportbetrieben, rechtliche Besonderheiten in der Pferdebranche, Jura im Allgemeinen, Tourismus und Reitsport, Betriebsmodelle im Reit- und Pferdesport, Planung, Bau und Finanzierung von Reit- und Stallungsanlagen, Marketing, Sponsoring und Eventmanagement im Pferdesport.

Die Teilnahmevoraussetzung für diesen Studiengang, der 15 Monate dauert und jeweils im April und Oktober begonnen werden kann, sind entweder ein Schulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Hochschulreife und mindestens zwei Jahre einschlägige Erfahrung in der Pferdehaltung.

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Meine Zukunft

Ich persönlich möchte mich später mit einer eigenen Reitsportanlage selbstständig machen, deswegen ist es für mich wichtig, in dieser Richtung auch richtig und ausführlich ausgebildet zu sein.

Zusätzlich kann man diese Ausbildung als Spezialisierung sehen, da ich überlege, meinen Bachelor in Sportwissenschaften zu machen. Dadurch wäre ich dann sehr breit aufgestellt und könnte mit meinen drei Ausbildungsrichtungen und drei verschiedenen Studiengängen auch sehr viel auf die Beine stellen (für die, die es nicht wissen: ich studiere nebenbei noch Tierphysiotherapie mit der Zusatzqualifikation Akupunktur).

Lernaufwand

Pro Monat bekommt man ein bis zwei Studienhefte, die bis Ende des Monats durchgearbeitet sein sollten. Regelmäßig werden Einsendearbeiten angefordert, die wie Hausarbeiten sind – man bekommt viele, ausführliche Fragen zu den Studienheften, behandelt diese innerhalb von circa sechs Wochen und erhält dann seine Note. In der Studienzeit schreibt man 4 Einsendearbeiten, von denen 3 bestanden sein müssen, um zur Prüfung zugelassen zu werden – eine misslungene Einsendearbeit kann nicht wiederholt werden.

Wenn man sich und seinen Alltag gut organisiert, dann ist ein Fernstudium definitiv machbar. Jedoch sollte man realistisch sein, wie schnell man lernt und ob man in der Lage ist, diszipliniert genug alleine zu lernen, denn das kostet manchmal mehr Überwindung, als man denkt. Alle ausführlichen Info’s zum Studiengang “Manager im Pferdesport” an der IST findet ihr hier.

Fazit

Ich würde diesen Studiengang theoretisch weiterempfehlen, da ich denke, dass jeder, der in diese Richtung gehen möchte, diesen Studiengang als starke Stütze sehen kann. Allerdings muss ich auch davor warnen, dass es kein “Pferdemädchen-Traum” ist. Es ist vielmehr viel lernen, vor allem auch “nicht-pferdige” Sachen. Jeder, der ganz genau weiß, wo er hin will, ist in diesem Studiengang sehr gut aufgehoben, wenn man es jedoch noch nicht weiß, dann würde ich eher zu einem allgemeineren Studiengang raten, mit dem man sich nicht so auf ein besonderes Thema festlegt.

Eure Web-Star-Bloggerin Harriet

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Pferdezucht in Deutschland – Finnpferde im Portrait

Pferdezucht ist ein spannendes Thema. In Deutschland züchten nicht nur die großen Landgestüte Pferde, sondern auch eine Vielzahl von privaten Züchtern haben sich der Pferdezucht verschrieben. In der Mehrzahl werden dabei die bekannten deutschen Pferderassen gezüchtet wie Hannoveraner, Holsteiner, Oldenburger oder Westfalen. Doch auch immer mehr „exotische“ Pferderassen sind in den Fokus der Züchter gerückt. So gibt es zum Beispiel immer mehr Züchter, die sich der Zucht des spanischen Pferdes gewidmet haben. Diese werden entweder reinrassig gezüchtet oder mit deutschen Warmblütern gemischt. Eine ganz besondere Funktion hat aber auch der Erhalt von vom Aussterben bedrohter Pferderassen. So zum Beispiel das Dülmener Wildpferd. Dies wird in großen Zuchtgebieten hauptsächlich sich selbst überlassen – ganz so, wie es seit vielen Jahrhunderten überlebt hat. Nur ganz selten schauen hier Menschen nach dem Rechten und einmal im Jahr werden einige Pferde verkauft, um den Bestand nicht zu sehr zu vergrößern. Auch das fällt unter Pferdezucht.

Genau wie die Zucht des Finnpferdes. Auch dies ist ein Pferd, das inzwischen vom Aussterben bedroht ist.

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Ein Pferd für alle Fälle

Das Finnpferd stammt, wie der Name es schon vermuten lässt, aus Finnland. Dort gehört es zu den ursprünglichen Pferderassen. Es gibt vier verschiedene Typen dieses genügsamen Pferdes, das schwere, kaltblütige Zugpferd, den leichten Kaltbluttraber, ein Reitpferd und ein Kleinpferd. Einige Pferdefreunde in Deutschland bemühen sich nun um den Erhalt dieser tollen Pferde und züchten sie, so zum Beispiel Freunds Gestüt am Edersee in Oberorke im Sauerland. Und das mit gutem Grund: Die Finnpferde sind ganz hervorragend besonders für Freizeitreiter geeignet, die ein genügsames, braves und mutiges Pferd suchen, um mit ihm wunderschöne Stunden im Sattel zu erleben. Finnpferde sind seit dem Jahr 1907 im finnischen Stammbuch zu finden, es handelt sich dabei um eine Leistungszucht, die Hengste müssen eine Prüfung durchlaufen, um sich weiter vererben zu dürfen.

 

Robust, stark, mutig

Finnpferde sind Pferde für die ganze Familie. Dadurch, dass sie besonders brav und gutmütig sind, sind sie auch von Kindern und schwächeren Reitern gut zu bedienen. Außerdem sind sie mit ihrem Stockmaß von 1,40 bis 1,65 Metern nicht besonders groß – was nicht so geübten Reitern schnell die Scheu nimmt. Finnpferde sind stark wie ein Kaltblut – sie können daher nicht nur das Kind, sondern auch den Vater, der vielleicht etwas mehr wiegt, gut tragen. Die finnischen Pferde sind nicht nur sehr unerschrocken, mutig und zuverlässig, sondern auch sehr ausdauernd. Wer lange Geländeritte liebt, der wird mit den Finnpferden viel Spaß haben. Wer einmal probieren möchte, ob diese tollen Pferde zu ihm passen, kann das zum Beispiel bei einem Reiturlaub im Hotel Freund am Edersee ausprobieren.

Rückblick: Die EQUITANA Open Air 2014 & ein Besuch von Web-Star Harriet

 

EQUITANA Open Air 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

Am vergangenen Wochenende fand die EQUITANA Open Air auf der Rennbahn in Neuss statt und es war einfach nur gigantisch. Die Atmosphäre war so schön, das Wetter war toll und allgemein war die komplette EQUITANA richtig klasse! Das Messegelände war nach dem Strumtief “Ela” am Pfingstwochenende mit viel Liebe (wieder)aufgebaut worden und die gesamte Veranstaltung war echt gut organisiert. Mehr als 40.000 Reiter und Pferdefans kamen vom 13. bis 15. Juni zu Deutschlands größtem Pferdefestival nach Neuss.

Da wir einen relativ langen Weg haben, sind Vinzent und ich morgens sehr früh in Hamburg losgefahren, um rechtzeitig um 12.15 Uhr auf der REITTV-Bühne zu stehen und gemeinsam mit den REITTV-Web-Stars Jule und Joana ein Interview zu geben. Am Eingang wurde auch schon auf uns gewartet und dann ging eigentlich alles relativ schnell, weil wir direkt zur REITTV-Bühne mussten. Am Anfang war ich noch total aufgeregt, aber mit der Zeit wurde es immer besser, was zum Großteil daran lag, dass die Zuschauer und das REITTV-Team vor Ort super lieb und nett waren und mir einfach jede Angst genommen haben. Diese Erfahrung werde ich wirklich nie vergessen, es hat richtig viel Spaß gemacht, dabei zu sein und auch die anderen beiden Web-Stars waren total lieb und freundlich. Vor der REITTV-Bühne war richtig viel los und die Zuschauer waren ganz gespannt die REITTV-Web-Stars live zu sehen.

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Das Angebot an Ausstellern auf der EQUITANA Open Air war gigantisch und wir haben auch ein wenig eingekauft. Im Showring und auf dem Aktionsplatz gab es so viel zu sehen, vor allem auch andere Sparten der Reiterei als  “normales” Springreiten oder Dressurreiten, denn ca. 200 Veranstaltungen standen in den drei Tagen auf dem Programm. Ich war hin und weg von dem Westernparcours und wie die Reiter mit einer Leichtigkeit auf ihren Pferden das Gatter aufgemacht haben, durchgeritten sind und das Gatter wieder hinter sich verschlossen haben. Auch die Barockpferde, die zwischendrin an mir vorbeigeritten sind, fand ich total schön.

Leider mussten wir relativ früh wieder los, aber in den vier Stunden, die ich auf der EQUITANA Open Air verbracht habe, habe ich viel gesehen und die Zeit wirklich sehr genossen.

Eure Web-Star-Bloggerin Harriet

Harriet_Profil

 

Web-Star-Blogger Harriet: Ohne Dressur geht’s nicht

dressur_harrietObwohl ich im Springsport unterwegs bin, ist Dressur für mich ein ganz wichtiger Punkt in der täglichen Arbeit, denn ohne Dressur gibt es leider kein “richtiges” Springen. Früher, bevor ich angefangen habe, mit Ambitionen zu reiten und mich mal wirklich mit der Thematik auseinandergesetzt habe, war ich der festen Auffassung, dass alles, was ich tue, wenn ich gerade nicht springe, Dressur ist – falsch gedacht. Richtig Dressurreiten erfordert richtig viel Arbeit, Fleiß und Geduld. Dressur ist sozusagen die Gymnastizierung des Pferdes.

Die Ausbildung eines Pferdes sollte nach der Ausbildungsskala erfolgen, da man am Ende der Ausbildungsskala als Ziel ein komplett durchlässiges Pferd haben möchte. Die Ausbildungsskala wird in sechs aufeinander aufbauende Phasen zusammengefasst:

1. Takt

Bevor man ein Pferd in irgendeiner Form arbeitet, muss es Taktrein gehen, das bedeutet im Fachjargon: “Zeitliches und räumliches Gleichmaß der Bewegungen in allen Gangarten des Pferdes”.

2. Losgelassenheit

Losgelassenheit ist die Definition für ein Pferd, welches die Muskeln an- und abspannt, ohne dabei zu verkrampfen und eine lockere Rückenaktivität zeigt.

3. Anlehnung

Mit Anlehnung wie die weiche und konstante Verbindung zwischen Pferdemaul und Reiterhand beschrieben. Wenn das Pferd im Takt läuft und losgelassen schwingend nach Vorne geht, soll das Pferd die Anlehnung des Gebisses alleine suchen. Zwanghaftes Zerren und Ziehen bringen da überhaupt nichts, denn dadurch verkrampf wiederum der Rücken und ein Irrtum entsteht: das Pferd ist zwar im Hals “rund”, der Rücken ist jedoch fest und verkrampft – korrektes und nachhaltiges Reiten sieht anders aus.

 

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“Du musst dein Pferd von hinten reiten!”, das ist einer der einprägsamsten Sätze, die mir mal von einem Trainer gesagt worden sind. In dem Moment hatte ich keine Ahnung, was er meinte. Was er mir damit aber sagen wollte war, dass die Hinterhand das Pferd bewegt, Schwung aus der Hinterhand kommt und wünschenswerte Bewegungsabläufe nur dann stattfinden können, wenn die Hinterhand korrekt arbeitet.

5. Geraderichten

Geraderichten ist ein etwas, was man am Besten erreicht, wenn man runde Bahnfiguren reitet, nicht, indem man ständig ganze Bahn reitet. Geraderichten bedeutet nichts anderes, als dass Vorderhand und Hinterhand in einer Spur laufen.

6. Versammlung

Versammlung, oder auch Hankenbeugung, bedeutet, dass man das Pferd “vor sich hat”, sprich der Bewegungsablauf eine Bergauftendenz bekommt und die Last vermehrt mit der Beugung der Hanken auf der Hinterhand aufgenommen wird. Versammlung ist für jedes Pferd wichtig, sei es ein Dressur-, Spring- oder reines Freizeitpferd, da die Wirbelsäule des Pferdes rein anatomisch nicht für große Lastaufnahme geeignet ist und durch Versammlung wird diese etwas entlastet und macht Reiten überhaupt wirklich möglich.

Wie bereits am Anfang erwähnt, ist Durchlässigkeit das Ziel der Ausbildungsskala. Ich arbeite momentan an der optisch korrekten Anlehnung mit Wonne – die, die wissen, wie Wonne ist, wissen, dass ich sie überall hin reiten kann, kleine Wendungen reiten kann und mittlerweile fast alles mit ihr machen kann, was man von einem durchlässigen Pferd erwartet, mit der einzigen Ausnahme, dass sie ihren Hals und Kopf nicht in den nach Lehrbuch vorgeschriebenen Positionen hält, sie hält sie zu hoch und sieht dadurch extrem “unrittig” aus. Das ist leider eine Folge ihrer falschen Ausbildung, die eben nicht nach Ausbildungsskala erfolgt ist, sondern wo sie “gelernt” hat, dass Menschen, die oben sind, immer nur Druck machen und durch das Gebiss an ihrem Maul zerren – wahrscheinlich ist es bei uns eher eine Kopfsache, als ein wirkliches “Reitproblem”. Caesarion ist bereits, obwohl er zwei Jahre jünger ist, bei der Versammlung angekommen und macht seine Sache so großartig, dass man, wenn er richtig gut in Fahrt ist, eigentlich nur noch an seinem Körperbau erkennen kann, dass es sich hierbei nicht um ein Dressurpferd handelt, sondern um ein Springpferd.

Selbst wenn ein Pferd “perfekt” ausgebildet ist, so muss die Ausbildungsskala doch jeden Tag beim Training beachtet werden und sollten sich Fehler einschleichen müssen an denen gearbeitet werden um eine langfristige Gesunderhaltung vom Pferd sicherstellen zu können. Das Training mit der Ausbildungsskala hört nie auf!

Eure REITTV-Web-Star-Bloggerin Harriet

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