Für viele Jungpferdebesitzer wird dieses Thema dieses Frühjahr wieder aktuell. Und gerade über das Basistraining von jungen Pferden gibt es seit Jahren endlose Diskussionen. Hauptbestandteil dieser ist meistens das Alter in dem man mit dem Training beginnen sollte. Während in einigen Verbänden die Futurity, mit „sehr gut laufenden“ 3 jährigen Pferden, das höchstdotierte Turnier ist, hat man an anderer Stelle erkannt, dass auch ein Jahr später die Pferde noch Potential genug für Leistung im Sport haben und dies evtl. dann ein paar Jahre länger. Futurity Pferde (und da ist es egal ob Reining oder Pleasure) werden oft in dem Jahr in dem sie 2 Jahre alt werden ab dem Januar unter den Sattel genommen – sprich mit 18 oder 20 Monaten! 18 bis 20 Monate später müssen diese dann drehen wie Hubschrauber und 6m lange Slides in den Sand ziehen! Abgesehen von körperlichen Voraussetzungen ist es hier vor allem der mentale Bereich der sehr viele Pferde durch das „Raster“ fallen lässt. Ergebnis sind Pferde die imVolksmund „über die Uhr“ geritten sind.
Basics
Heute möchte ich aber nicht in diese Thematik um das Reiten oder nicht von 2 Jährigen einsteigen und auch nicht die hundertste Abhandlung über nicht geschlossene Wachstumsfugen beleuchten – heute geht es um die doch viel entscheidendere Frage nach der Art und Weise der Ausbildung in den ersten Monaten… und dies sicher nicht von 2 Jährigen! Obwohl es hier eigentlich um Basistraining geht, das heißt eine Basis zu schaffen für das was später einmal trainiert wird, hört man immer wieder von
Grundausbildung Reining oder „… mein Pferd wird Pleasure angeritten“. Aber sollte die Basis bei einem Jungpferd nicht immer die gleiche sein, egal ob es später mal stoppen und spinnen oder leichtrittig durch eine Western Riding laufen soll?! Ja sie sollte und sie sollte vor allem auf eines abgestimmt sein: Balance, Takt und Gelassenheit. Nur ein gelassenes Pferd wird in Zukunft mitarbeiten und sich nicht von jedem Geräusch ablenken lassen, nur ein Pferd das taktrein laufen kann ist in der Lage in allen Gangarten zu punkten. Und die Balance ist sicherlich ein wichtiger Punkt, wenn es später irgendwann in das Manövertraining geht. Das Anreiten, die Grundausbildung, ist für unser Jungpferd die Basis für all das, was es später einmal lernen soll und kann – das Ein mal Eins und das Alphabet zugleich! Und hier ist es wie bei Kindern: fehlt ein Buchstabe, lassen sich manche Wörter und damit manche Sätze nicht bilden … zwar müssen unsere Pferde nicht reden, aber zu den oftmals recht komplexen Manövern muss die Kon¬trolle aller Körperteile vorhanden sein! Aus diesem Grund ist es gerade hier wichtig dieses Basistraining mit Ruhe und vor allem auch Zeit anzugehen.
Körperkontrolle und Balance
In der Grundausbildung sollten die Pferde lernen, unter der Einwirkung des Reiter die einzelnen Körperteile wie Vor- und Hinterhand, Schulter, Hals und Kopf und die Hüfte zu bewegen und zu positionieren. Gerade hier ist es wichtig, dass der Reiter mit seiner Einwirkung (Bein, Gewicht, Hand, Becken, Absatz) auch wirklich „hilft“! In diesem Training legt der Ausbilder auch den Grundstein für den Muskelaufbau des Pferdes. Bereits hier sollte auf eine aktive Hinterhand geachtet werden, da nur so Muskulatur an dieser und im Bereich des Rückens aufgebaut wird und darüber hinaus auch über die Arbeit der Hinterhand ein taktreines Laufen ermöglicht wird. Wenn auch die Hilfen sich teilweise unterscheiden, so ist doch das Ziel der Grundausbil¬dung in allen Reitweisen gleich! Denn genau diese Aspekte wie Balance, Gelassenheit und Takt sind die Grundlagen für Dressur- oder Springtraining.
Die Zeit
Im Allgemeinen wird für diese Grundausbildung ca. 3 bis 4 Monate angesetzt. Wie lange man wirklich braucht wird einem das Pferd zeigen, da nicht alle Pferd gleich schnell lernen und es vor allem im Bereich Balance sehr abhängig von der körperli¬chen Verfassung und der Athletik eines Pferdes ist. Ein guter Reiter/Ausbilder wird erkennen wann er den nächsten Schritt machen kann und wann diese Basis so gefestigt ist, dass man in ein weiterführendes und disziplinorientiertes Training über¬wechseln kann. In der Basis wird ein guter Trainer auch genau hierfür die Veranlagung erkennen, die manchmal nichts mit dem Pedigree zu tun hat. Es gibt Pferde die können nach 3 Monaten alle 3 Gangarten solide laufen, andere brauchen dafür 5 oder mehr bzw. laufen nach 3 Monaten gerade mal solide und vor stressfrei in Schritt und Trab.
Vorbereitung
Startet man einen Dreijährigen der absolut roh ist, d.h. weder Sattel noch ein Blanket auf dem Rücken, auch kein Kommando vom Boden aus kennt und vielleicht nicht einmal die Arbeit an der Hand, wird man natürlich etwas länger brauchen. Aus diesem Grund ist es von Vorteil und vor allem auch stressfreier für Pferd und Reiter, wenn man dem Jungpferd schon frühzeitig zeigt was Satteln bedeutet, man es an den Bauchgurt gewöhnt und es durch Arbeit am Boden Vertrauen aber auch die entsprechende „Dominanz“ vom Mensch erlernt hat! Auch das junge Pferd als Handpferd mitzunehmen kann sehr hifreich sein. Wichtig ist hierbei aber, dass man ein sehr ruhiges Reitpferd hat und auch etwas Erfahrung. Das ganze gibt aber die Möglichkeit dem jungen Pfed nichtnur Gelände zu zeigen, sondern auch die Arbeit auf dem Platz. Schnell wird es die Angst vor dem „Puma“ verlieren der da ob über einem aggiert. Man kann es an den Druck und Zug durch einen Strick aus der Position gewöhnen und das Reitpferd gibt Sicherheit und Ruhe.
Abwechslung im Trainingsalltag
Gerade für junge Pferde ist es wichtig Abwechslung in den Alltag der Ausbildung zu bringen. Dies kann z.B. durch Arbeit mit Stangen und Pylonen oder Gelassenheitstraining sein. Neben der Abwechslung, hat man das Pferd somit auch schon an verschiedene visuelle Einflüsse von außen gewöhnt und trainiert somit gleichzeitig Ruhe und Gelassenheit.
Die richtigen Hilfen
Wichtig in der Basisarbeit ist es immer wieder für das gleiche „Manöver“ auch die gleiche Hilfe das gleiche körperloche Kommando zu geben. Einmal für eine Biegung hier zu drücken, das nächste mal dann woanders zu ziehen und beim 3. Versuch vor lauter Ungeduld alles beide zu versuchen oder eine 3. Variante einzubauen wird das junge Pferd verwirren. Hier sind wir Reiter gefragt in aller Ruhe noch einmal zu erklären was wir eigentlich grade wollen!
Pausen und Ruhephasen
Gerade bei jungen Pferden sind Pausen zwischen den Trainingseinheiten besonders wichtig. Zu schnell macht man die „jungen Wilden“ sauer auf das Training. Verweigerung wird dann oft das Ergebnis sein. Darauf reagieren wrr als Reiter dann aber leider oft mit noch mehr Druck und so wird oft ein bereits erzielter Trainingserfolg zunichte gemacht!
Ein Leitsatz meines Trainings greift sicher gerade in der Basisausbildung:
…ask your horse! – es wird Dir zu verstehen geben was es zu lernen vermag …Du musst aber lernen es zu verstehen!“








